Greenpeace: Österreich drohen bald 12 neue Gentech-Pflanzen

Molterer muss Gentech-Lawine bei EU-Verhandlungen aufhalten

Wien (OTS) - Anlässlich des morgen Dienstag beginnenden EU-Gentechnik-Ausschusses warnt Greenpeace vor bis zu 12 EU-weiten Neuzulassungen von Gentech-Pflanzen. Darunter befinden sich unter anderem gentechnisch manipulierter Raps, Mais, Erdäpfel, Chicoree und Tomaten. Noch im Laufe dieses Winters könnte die neue EU-Freisetzungsrichtlinie in Kraft treten und unmittelbar darauf die auch in Österreich gültigen Zulassungen erteilt werden. "Die Bundesregierung muss daher alles unternehmen, damit Österreichs Felder weiterhin Gentech-frei bleiben. Dazu gehört auch eine laute Stimme von Bundesminister Wilhelm Molterer in Brüssel", fordert Thomas Fertl, Gentechnik-Experte von Greenpeace.

Der sogenannte Vermittlungsausschuss soll in den nächsten Wochen einen Kompromiss zwischen den Positionen des EU-Rates und des Europaparlaments finden. Dabei geht es um brisante Themen wie Haftung, Verbot von Antibiotika-resistenten Pflanzen oder die Möglichkeit der Schaffung Gentechnik-freier Zonen. Im Falle einer Einigung und der damit verbundenen neuen EU-Freisetzungsrichtlinie droht die Aufhebung des seit Juni 1999 bestehenden Zulassungsstopps für neue Gentech-Pflanzen in der EU. "Falls eine schwache neue Freisetzungsrichtlinie kommt, beginnt eine Gentech-Lawine auf Österreich loszurollen", befürchtet Fertl.

Bei den 12 drohenden Gentech-Sorten handelt es sich um fünf Mais, drei Raps-, eine Kartoffel-, eine Futterrüben-, eine Chicoree-, und eine Tomatensorte. Die meisten davon sollen für die Lebensmittelproduktion bzw. den Anbau zugelassen werden. Für alle diese Sorten wurden bereits Anträge auf EU-weite Zulassung gestellt. Bei vielen Verfahren fehlt nur mehr die Zustimmung durch die EU-Umweltminister.

Die nächsten Monate bis zur Verabschiedung der neuen EU-Freisetzungsrichtlinie werden entscheidend für die Zukunft der Gentechnik in der EU und in Österreich sein. "Greenpeace wird daher seinen Kampf gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelproduktion aus aktuellem Anlass weiter verstärken", kündigt Fertl abschließend an.

Eine vollständige Liste der neuen Gentech-Sorten erhalten Sie bei Greenpeace oder auf der Homepage http://www.greenpeace.at/.

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Mag. Thomas Fertl, Greenpeace Gentech-Experte

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