"Thema" am 18. September: "Ich heirate einen Mörder"

Wien (OTS) - Barbara van Melle präsentiert am Montag, dem 18. September 2000, um 21.05 Uhr in ORF 2 unter anderem folgende Themen:

Geständnis-TV: Mörder und Co. packen aus
In der vergangenen Woche hat sich in den USA das sogenannte Reality-TV um eine Spirale weitergedreht: In der Sendung "Confessions", zu Deutsch "Geständnisse", werden die Aussagen von Schwerstverbrechern, Geständnisse von Verbrechern, meist Mördern, wie sie bei Polizeiverhören aufgezeichnet wurden, vor einer schmucklosen Wand, mit sichtbarem Timecode gezeigt. Sie werden ohne Moderation, ohne erklärende Worte gezeigt, ungeschminkt, brutal, nur "zum besseren" Verständnis geschnitten.
In der ersten Folge beschrieb ein Mann eine Vergewaltigung, ein Stricher schildert, wie er seinen behinderten Kunden umgebracht hat, und ein dritter gesteht, wie er seine Mitbewohnerin zerstückelt und verkocht hat. Ursprünglich sollte es "Begleitmaterial", psychologische Erläuterungen etc. nur auf der Website der ausstrahlenden TV-Station geben, die sich mit dieser neuen Sendung höhere Quoten, mehr Werbeeinnahmen und leichtere Aufnahme ins Kabelnetz erhofft. Auf Grund der bereits im Vorfeld heftiger werdenden Proteste gegen die Sendung geben Psychologen bereits im Anschluss an das jeweilige Geständnis psychologische Erläuterungen. Das gesamte Konzept ist auch im Zusammenhang mit dem gewaltigen Paradigmenwechsel im US-TV während des vergangenen Jahres zu sehen. Eine Reportage von Alexander Rauscher.

Live-TV aus dem OP: "Herznacht"
Starke Nerven brauchte das Schweizer Publikum des öffentlich-rechtlichen SF1 am vergangenen Donnerstagabend: Zur besten Sendezeit wurden im Berner Inselspital zwei Patienten am Herzen operiert. Der spektakulärste Eingriff war eine Operation am offenen Herzen. Einem 71-jährigen Mann wurden fünf Bypässe eingepflanzt, eine Stunde lang stand sein Herz still. Die Zuseher waren live dabei, erstmals in der Schweizer Fernsehgeschichte. Die TV-Crew arbeitete mit 10 Kameras und 70 Leuten, es war eine Spezialausgabe des erfolgreichen Gesundheitsmagazins "Puls" und hieß sinnigerweise "Herznacht". Einen Vorwurf der Quotenschielerei will Chefarzt Dr. Bernhard Maier erst gar nicht aufkommen lassen: "Zum Reality-TV gibt es einen wesentlichen Unterschied, meint er, "hier werden geplante Eingriffe durchgeführt - im Reality-TV ist viel mehr Ungewissheit im Spiel. Wir wollen aufklären, nicht fragwürdige Unterhaltung bieten." Alexander Steinbach war in Bern dabei, hat mit Patienten und Operateuren gesprochen und die "Herznacht" für "Thema" hinter den Kulissen verfolgt.

Ich heirate einen Mörder
Zu diesem Entschluss hat sich eine 41-jährige Salzburgerin durchgerungen, weil sie hofft, einen Todeskandidaten in einem amerikanischen Gefängnis vor der Hinrichtung retten zu können. Konkret geht es um einen Mann, der wegen Mordes zum Tode verurteilt ist und auf seine Hinrichtung im Bundesstaat Missouri wartet. Die Salzburgerin hofft, den Delinquenten durch Heirat zu einem EU-Bürger zu machen, der dann nicht hingerichtet werden dürfte. Die ersten Behördenkontakte waren nicht sehr ermutigend, doch ist sie durch die Briefe ihres Mannes in spe zu vollem Einsatz bereit. Christoph Feurstein hat die entschlossene Frau für "Thema" besucht.

Sicherer Hafen für gepeinigte Kinder
Die Wohngemeinschaft für missbrauchte Kinder in Kotezicken im Südburgenland feiert ihr 20-jähriges Bestehen. In einer gesicherten und gemütlichen Umgebung wohnen derzeit 14 meist sexuell missbrauchte Kinder und erhalten in Zusammenarbeit mit Fachpersonal und dem AKH in Wien jede nur mögliche Unterstützung. Diese Wohngemeinschaft ist eine Privatinitiative des Ehepaares Pronegg. Eine Reportage von Patricia Schuller.

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