Warmer August mit lokal extremen Niederschlägen

Aktueller Bericht des Landeswasserbauamtes

Bregenz (VLK) - Der August 2000 brachte weit
überdurchschnittliche Temperaturen mit lokal extremen Niederschlägen am Monatsanfang. Das teilt der Hydrographische Dienst im Landeswasserbauamt in seinem aktuellen
Monatsbericht mit. Die Tagesmittel der Lufttemperaturen lagen
bis 2,5 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert. Die Niederschläge lagen bei 90 bis 150 Prozent gegenüber der Normalmenge. ****

Der August begann mit einer Kaltfront aus dem Westen mit Niederschlägen an fünf bzw. sechs aufeinander folgenden
Tagen. Die höchsten Niederschlägen gab es am 6. August mit Tagesniederschlagssummen bis zu 120 Millimeter. Bei einigen Messstationen wurden bis zu 190 Millimeter in zwei Tagen verzeichnet. Zentrum dieser Niederschläge war das Gebiet von Dornbirn über Hohenems bis Weiler. Die Folge waren
Murenabgänge und Hochwasser. Auch im Hinteren Bregenzerwald
gab es ergiebige Niederschläge. Ab dem 9. August folgte ein
Hoch über den Alpen mit sommerlichen warmen Tagen. Die
höchsten Temperaturen wurden am 20. verzeichnet, hingegen gab
es vereinzelte Niederschläge und leichte Abkühlung zum
Monatsende.

Die Niederschlagsmengen betrugen im Rheintal 140 bis 285 Millimeter (90 bis 125 Prozent des langjährigen
Mittelwertes), im Bregenzerwald 180 bis 285 Millimeter (95
bis 130 Prozent), im Walgau 190 bis 240 Millimeter (130 bis
145 Prozent), im Großen Walsertal und Laternsertal 190 bis
240 Millimeter (90 bis 120 Prozent), im Montafon 140 bis 150 Millimeter (90 bis 100 Prozent) sowie im Klostertal und am
Arlberg 225 bis 250 Millimeter (110 bis 120 Prozent).

Die höchsten Tagesniederschlagssummen lagen bei einigen Niederschlagsmessstationen deutlich über 50 Millimeter. Die höchste Tagesniederschlagssumme im August in Vorarlberg wurde
am 6. in Ebnit mit 120 Millimeter gemessen. Die Summe der Niederschläge im Jahr 2000 bis Ende August liegt zwischen 100
und 135 Prozent im Vergleich zu den langjährigen
Mittelwerten.

Die Temperaturen waren im August überdurchschnittlich.
Nach den Niederschlägen der ersten Woche des Monats folgte
eine Hitzeperiode. Zum Monatsende waren die Temperaturen im
Mittel durch einzelne Regentage unter dem Durchschnitt. Der
wärmste Tag des Monats war der 20. August. In Bregenz wurde
an diesem Tag ein Tagesmittel von 27,0 Grad, in Damüls 21,8
Grad und in Zürs 18,1 Grad ermittelt. Der kälteste Tag war in Bregenz der 6. August mit einem Tagesmittel von 14,7 Grad, in Damüls der 5. August mit 9,4 Grad und in Zürs der 27. mit
6,4 Grad. Über den gesamten August betrachtet lagen die Lufttemperaturen in Vorarlberg deutlich (1,0 bis 2,5 Grad)
über dem langjährigen Durchschnitt.

Die Abflussverhältnisse an den Vorarlberger Fließgewässern waren durch die starken Niederschläge zu Monatsbeginn überdurchschnittlich. Der mittlere Abfluss am Rhein lag mit
391 Kubikmeter pro Sekunde 37 Prozent über dem Durchschnitt.
Die Hochwasserspitze wurde am 6. August mit 1924 Kubikmeter
pro Sekunde verzeichnet und entspricht einem fünfjährlichen Hochwasser. Das Niederwasser lag am 27. August bei 133
Kubikmeter pro Sekunde. An der Bregenzerach lag der mittlere Monatsabfluss 20 Prozent über dem Durchschnittswert.

Die Wassertemperatur am Rhein war im Monatsmittel mit 12,3
Grad um 0,6 Grad über dem langjährigen Mittelwert (11,7
Grad). An der Bregenzerach lag im Berichtsmonat die
Wassertemperatur mit 14,5 Grad um 0,2 Grad unter dem
langjährigen Mittelwert (14,7 Grad).

Der Wasserstand des Bodensees war am Monatsanfang trotz
einem niederschlagsreichen Juli mit 417 Zentimeter etwa fünf Zentimeter unter dem durchschnittlichen Wasserstand. Bis zum
10. August stieg der Wasserstand durch die ergiebigen
Niederschläge auf einen Tagesmittelwert von 457 Zentimeter an
und lag damit 45 Zentimeter über dem langjährigen durchschnittlichen Wasserstand. Die anschließende überwiegend trockene Wetterphase ließ den Bodenseewasserstand bis 31.
August auf 378 Zentimeter absinken. Am Monatsende lag der Bodenseewasserstand 13 Zentimeter unter dem mittleren
Wasserstand zu dieser Jahreszeit. Das Mittel über den Monat berechnet lag bei 421 Zentimeter und somit 15 Zentimeter über
dem langjährigen mittleren Bodenseewasserstand im August.

Die durchschnittliche Wassertemperatur am Bodensee, welche jeweils 50 Zentimeter unter der Wasseroberfläche bei der Pegelstelle im Hafen gemessen wird, lag im August mit 21,1
Grad um 0,8 Grad über dem langjährigen Monatsmittelwert von
20,3 Grad.

Die starken Niederschläge am Monatsanfang wirkten sich
stark auf die Grundwasserverhältnisse aus. Der sich Ende Juli anzeigende Trend eines Grundwasseranstieges bei fast allen Grundwassermessstellen setzte sich daher auch im August fort. Zumeist sind die Grundwasserstände im August stagnierend oder leicht fallend, stärkere Anstiege sind eher unüblich.
Tendenziell lagen im Monat August die Grundwasserstände heuer zwischen den langjährigen Mittel- und Hochständen.

Die Stromerzeugung im August 2000 lag im Bereich der
Vorarlberger Kraftwerke AG (VKW) im Mittel 1,6 Prozent über
dem Regelwert. In den Bereichen der Vorarlberger Illwerke im Einzugsbereich Obere Ill, Kops, Silvretta, Lünersee und beim Walgauwerk lag sie über dem Regelarbeitsvermögen. (Obere Ill
plus 13,7 Prozent und Walgauwerk plus 10,9 Prozent)

In der Landwirtschaft waren die Wetterverhältnisse für den Mais, welcher relativ viel Wasser benötigt heuer sehr gut.
Auch für den Obstbau waren die Wetterbedingungen für das
Wachstum günstig. Durch Hagelschäden wird die Obsternte heuer jedoch um ein Viertel unter dem langjährigen Schnitt liegen.

Die Hydrologische Charakteristik samt Graphiken und
Tabellen kann auch im InVoNet nachgelesen werden:
http://www.vorarlberg.at/Landesregierung/lwba/lwba.htm
(bn/gw,nvl)

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