GdG-Bundesjugensreferent: Wer ist der Nächste?

Gegen die Drogenpolitik der FPÖ

Wien (GdG/ÖGB). "Es ist löblich, dass sich eine Partei wie die FPÖ einem wichtigem Thema, wie dem der Drogenpolitik, annimmt und ein diesbezügliches Treffen zwischen F-Justizminister, Gesundheitsstaatssekretär und Experten einberuft. Hoffentlich wird das kein Treffen, wie die Anti-Drogenklausur in Saalbach-Hinterglemm", stellt Alexander Sharma, Bundesjugendreferent der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG) fest. Das Niveau dem dieses Treffen entsprach, ist zu vergleichen mit einem Treffen von Laien, die sich wohl besser mit Themengebieten beschäftigen sollten, wie Zuckerbacken oder Hausbauen - ohne diese Berufsgruppen anschwärzen zu wollen - werde.++++

Für diese Behauptung gibt es auch Beweise:
Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck meinte laut "Standard: "Wir wollen ein Umdenken in allen Bevölkerungsschichten herbeiführen und die Verharmlosungstendenzen beenden. Drogen sind nicht hart oder weich, sondern giftig, schädlich und verboten."

Klarstellung:
Es gibt Alkohol, Nikotin, Coffein, Tein, Guarana und Drogen. Beginnen sollte man mit einer Neu- Definition von Drogen. Einem derart weit gestreutem Gebiet wie diesem darf man keinen (Über)Begriff verpassen und dann verteufeln. Viele der so genannten "legalen" Drogen haben größere Auswirkungen als einige "Illegale". Traurige Paradebeispiele gesellschaftlich eingebürgerter Volksdrogen, die jährlich Zigtausende Tote fordern, wie Alkohol (der nicht nur Konsumenten das Leben kostet sondern auch z.B.: KFZ-Insassen durch Unfälle, Opfer von Randalierern, Vergewaltigungsopfer), Nikotin (fordert nicht nur die Gesundheit von Rauchern sondern auch von Passiv-Rauchern) oder Koffein (das schwere Herzkrankheiten verursacht) sind scheinbar nicht giftig oder schädlich.

Das Umdenken von dem gesprochen wurde, wird wohl eher zur reinen Panikmache in der Bevölkerung dienen und zum endgültigen Ausschluss Drogenkranker aus der Gesellschaft führen. Wiens FPÖ Klubobmann Hilmar Kabas erinnerte sich lt. Standard an das Jahr 1965, wo seiner Meinung nach das Drogenproblem seine Wurzeln verankert hat. "Es ist zu bezweifeln, dass Hilmar Kabas weiß, was ihm Jahr 1965 passiert ist. Als er vor kurzem befragt wurde, wie er unseren Bundespräsidenten den genannt hätte, wusste er es nicht mehr, obwohl das noch am gleichen Tag war!", so Alexander Sharma.

Die geforderte härtere Gangart gegen Drogenkranke spricht wieder einmal für den Stil der FPÖ. Jetzt wo in Wien schön langsam der Wahlkampf beginnt, muss sich die FPÖ-Wien ein neues Feindbild schaffen, da das alte Feindbild (Ausländer) schon ausgedient hat.

Plötzlich fordert die FPÖ:
Länder sollen kleinere Drogendelikte mit Verwaltungsstrafen belegen dürfen.
Jugendliche die einmal beim Drogenkonsum erwischt wurden, sollen zu Sozialarbeit gezwungen werden.
Jugendliche die zum Dritten Mal erwischt wurden, sollen eingesperrt werden.
Sofortiges Ende des von der Wiener Drogenkoordination gegründete Projekt "Check it".

"Es wird Zeit zu erkennen, wo das Problem wirklich liegt, begreifen was es damit auf sich hat, um dann Lösungsansätze zu finden und es zu verändern", betont GdG-Bundesjugendreferent Sharma.

Deshalb ist die GdG-Jugend gegen diese Forderungen und fordert:
Ausbau der Suchtprävention
Finanzierung von Suchtpräventions-Seminaren an den Schulen
Seminare zur Suchtprävention für LehrerInnen, um im Unterricht bei auftretenden Problemen richtig zu reagieren
Ein flächendeckendes Netz von Drogenberatungsstellen, Therapieplätzen und Resozialisierungsprogrammen
Neue Formen der Therapie ;z.B.: Einbindung von Eltern, SchulkollegInnen
Lösung durch politische Maßnahmen, wie in Wien - "Repression gegen Dealer" oder "Therapie statt Strafe"
Erschwerung des Zugangs zu Psychopharmaka (Schlaf-, Beruhigungs-Aufputschmittel), d.h.: Zugang ausschließlich nach ärztlicher Verschreibung
Berücksichtigung neu auftauchender Drogen, bei der Erstellung von Drogenkonzepten
Die rasche Umsetzung einiger europäischer und internationaler Konventionen und Abkommen.

"Man darf keinen Wahlkampf auf dem Rücken von Randgruppen führen, die eine schwere Erkrankung aufweisen und Hilfe brauchen und darüber hinaus noch total aus den Zusammenhängen gerissen sind, zu argumentieren", so Sharma abschließend.

ÖGB, 15. September 2000
Nr. 739

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