ÖGB: Derzeitige Regierung schröpft "kleine" ArbeitnehmerInnen

Lehrlinge zahlen gleich viel wie Großverdiener

Wien (ÖGB). "Das Senkung des Budgetdefizites wird von den 'kleinen' ArbeitnehmerInnen bezahlt. Von den Großverdienern und Unternehmern verlangt die derzeitige Regierung lediglich Almosen", behauptet der Vorsitzende der ÖGB-Steuerkommission und Vorsitzende der Gewerkschaft Druck und Papier (DuP), Franz Bittner, und legt allerneueste Berechnungen vor. So zahle in Zukunft ein Lehrling mit einer Brutto-Lehrlingsentschädung von monatlich 5.000 S jährlich 476 S mehr an Steuern, ein Großverdiener mit monatlich 100.000 S Brutto aber nur 500 S im Jahr.++++

"Von sozialer Ausgewogenheit kann keine Rede sein. Die derzeitige Regierung schröpft alle jene, die es sich kaum leisten können. Das ganze Gerede, dass zwei Drittel der ArbeitnehmerInnen nicht belastet werden, ist nichts anderes als ein politischer PR-Gag um von den wahren Absichten abzulenken", wirft Bittner der blau-schwarzen Regierung eine Vernebelungsstrategie vor.

Bittner: "Die neuesten Berechnungen unserer Experten zeigen das wahre Bild des Belastungspaketes II auf. Eine Handelsangestellte, teilzeitbeschäftigt, Alleinerzieherin, 7.000 Schilling monatliches Bruttoeinkommen zahlt im kommenden Jahr um 750 Schilling mehr Steuern." Ordentlich Zupacken wird der Finanzminister auch bei den mittleren Einkommen.

Einige Beispiele:
Bei einer Sachbearbeiterin in einer Spedition, 45 Jahre, monatliches Brutto-Einkommen 31.000 S sind es 845 S. Bei einem hochqualifizierten Facharbeiter in einem großen Industriebetrieb, langjährige Betriebszugehörigkeit, monatliches Brutto-Einkommen 32.000 S sind es 1.045 S, bei einem Programmierer in einer Bank, 33 Jahre, Single, monatliches Brutto-Einkommen 40.000 S, sind es 3.129 S und bei einem Provisionsvertreter für Pharmaprodukte, 52 Jahre, mit Fixum und variablen Provisionen von durchschnittlich 42.000 S brutto im Monat sind es 3.379 S. Im Vergleich dazu: Wer 100.000 S brutto im Monat verdient muss lediglich 500 S jährlich mehr an den Finanzminister abführen.

Der Vorsitzende der ÖGB-Steuerkommission fordert die derzeitige Regierung auf, nicht ständig die 'kleinen' ArbeitnehmerInnen zu belasten und der Bevölkerung endlich reinen Wein einzuschenken. Bittner: "Allein die in den vergangenen Monaten beschlossenen Belastungen machen bereits 22.000 Schilling jährlich aus. Jetzt muss Schluss sein mit der Schröpferei."(ff)

ÖGB, 15. September 2000 Nr. 738

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