Glawischnig wirft FPÖ-Stmk Wahlkampflüge bei Gentechnik vor

Sickl hat als Konsumentschutzministerin versagt

Graz (OTS) Massive Kritik an der Gentechnik-Politik der FPÖ übten heute die steirische Landtagsabgeordnete und Spitzenkandidatin der steirischen Grünen, Edith Zitz, und Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen, auf einer Pressekonferenz in Graz. "Die FPÖ beansprucht auf Wahlkampffoldern die Vorreiterrolle im Kampf gegen Gentechnik für sich. Das Gegenteil ist der Fall", kritisierte Zitz. "Ministerin Sickl hat bisher auf ganzer Linie versagt. Die seit Monaten zugesagte Verschärfung des Lebensmittelgesetzes ist bis heute ausgeblieben, auch unserem Verlangen nach strengeren Lebensmittelkontrollen ist Sickl bisher nicht nachgekommen."

Bei Lebensmitteln, die Sojamehl, Sojaprotein oder Sojaschrot enthalten ist davon auszugehen, dass bis zu zehn Prozent gentechnisch manipuliertes Soja enthalten sind. "Wenn die FPÖ jetzt ‚Steiermark gentechnikfrei‘ plakatieren läßt, kann man das nur als glatte Wahlkampflüge bezeichnen", so Eva Glawischnig. Von der Gentechnik-Linie der FPÖ und der Bundesregierung zeigt sich Glawischnig schwer enttäuscht: "Die FPÖ hat im Gentechnikbereich so ungefähr alles aufgegeben, was sie noch als Oppositionspartei vollmundig propagiert hat. Weder das von der FPÖ im Nationalratswahlkampf versprochene fünfjährige Freisetzungsmoratorium für genmanipulierte Pflanzen noch die drei Forderungen des Gentechnik-Volksbegehrens sind bisher umgesetzt." Jetzt, im steirischen Wahlkampf, wird die Gentechnik von der FPÖ wieder lautstark entdeckt und mit vollmundigen Forderungen soll über die Untätigkeit der eigenen Regierungsmitglieder hinweggetäuscht werden.

Tatsächlich hat sich Österreich seit Antritt der neuen blau-schwarzen Bundesregierung vom einstigen Vorreiter gegen die bei Lebensmitteln und Landwirtschaft riskante Gentechnik zum Erfüllungsgehilfen der Gentech-Lobby gewandelt: Die erste Freisetzung gentechnischer Marillen wird mit Bundesmitteln gefördert. Immer mehr genmanipulierte Lebensmittel werden ungekennzeichnet und somit illegal in den Handel gebracht. Futtermitteluntersuchungen aus den Jahren 1999 und 2000 haben ergeben, daß nahezu jede Sojaprobe gentechnisch verändert war. "Die Bundesregierung, allen voran die Minister Sickl und Molterer, sehen diesen Entwicklungen tatenlos zu", kritisiert Glawischnig.

Die Grünen verlangen die lange ausständige Umsetzung der Forderungen des Gentechnikvolksbegehrens, eine Verschärfung des Lebensmittelgesetzes, so unter anderem strengere Strafen für Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht, strengere Lebensmittelkontrollen, ein Verbot von Freisetzungsversuchen und Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen, festgeschrieben durch eine Novelle des steiermärkischen Naturschutzgesetzes, keine Förderung für Gentechnikversuche aus Mitteln des Wissenschaftsfonds, sowie eine Stärkung des gentechnikfreien Biolandbaus. "Die Steiermark braucht keine Gentechnik in Lebensmitteln und Landwirtschaft, hochwertige steirische Bio-Lebensmittel sind die bessere Alternative", so Zitz abschließend.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/FMB