AKNÖ-Präsident Staudinger: 3000 Jugendliche auf der Straße?

Lehrgänge und Stiftungen gestrichen, dafür Steuerzuckerl für die Wirtschaft

Wien (OTS).- Die Arbeiterkammer Niederösterreich schlägt Alarm: Im Oktober könnten 3000 NÖ Jugendliche ohne Lehrstelle auf der Straße stehen. Zur gesunkenen Ausbildungsbereitschaft der Betriebe komme das Streichen der erfolgreichen Stiftungen und Lehrgänge durch die derzeitige Bundesregierung, kritisiert AKNÖ-Präsident Josef Staudinger.

Staudinger: "Im Vorjahr wurden durch den nationalen und die territorialen Beschäftigungspakte (NAP, TEP) in den Lehrgängen und Stiftungen 4000 Ausbildungsplätze bundesweit geschaffen. Für dieses Auffangnetz wurden 800 Millionen investiert, die längerfristige Ausbildung von Jugendlichen schien gesichert. Jetzt werden diese erfolgreichen Maßnahmen gestrichen. Im Gegenzug gibt’s Steuerzuckerl für die Wirtschaft in Höhe von 2,3 Milliarden Schilling."

Statt des Auffangnetzes für Jugendliche will die Regierung mit dem Ausbildungsjahr 2000/2001 nur noch zehnmonatige Lehrgänge einrichten, die Schulabgänger mit positivem Abschluss der 8. oder 9.Schulstufe besuchen können. Allerdings werden die Lehrgänge nicht auf die Lehrzeit angerechnet. Die Finanzierung der Ausbildungsplätze in Lehrgängen ist nur noch durch nicht verbrauchte Mittel aus den vergangenen Jahren möglich. Neue finanzielle Mittel sind im Gesetz nicht mehr vorgesehen.

Präsident Staudinger befürchtet, dass es nun zu einem dramatischen Engpass am Lehrstellensektor kommen wird. Anfang September gab es in Niederösterreich 498 offene Lehrstellen und dazu 840 vorgemerkte Lehrstellensuchende. Ab Oktober wird diese Schere noch weiter auseinanderklaffen, wenn alles so umgesetzt wird, wie beschlossen. Deshalb sei im Interesse der jungen Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher auch kreatives Nachdenken auf Landesseite nicht verboten, wie man das verhindern könne, so Staudinger.

Der AKNÖ-Präsident abschließend: "Die derzeitige Bundesregierung ist aufgerufen, ihre Streichungspläne umgehend ad acta zu legen. Ziel muss sein, dass weiterhin alternative Ausbildungsmöglichkeiten im Jugendausbildungssicherungsgesetz angeboten und dringend neue zukunftsorientierte Lehrberufe, insbesondere im EDV-Bereich, geschaffen werden. Durch noch besser geschulte Ausbilder, durch begleitende Kurse und durch moderne Gruppenlehrberufe, wie etwa Elektroanlagentechnik oder Fertigungstechnik, kann die Ausbildung wieder Zukunft haben."

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