"Neues Volksblatt" Kommentar: "Ende" (Von Walter Salzmann)

Ausgabe vom 13. September 2000

LINZ (OTS) - Es handle sich um eine Sache von Stunden oder Tagen, hieß es zunächst aus Paris auf die Frage, wann die Sanktionen gegen Österreich aufgehoben werden.

Aus Stunden ist nichts geworden. Verständlich: Die "Grande Nation" tut sich schwer, wenn es gilt, eine Niederlage zur Kenntnis zu nehmen, und ein fanzösischer Staatspräsident müsste wahrscheinlich über seinen Schatten springen, sollte er eine persönliche Blamage eingestehen. Frankreichs Ausweg, um das Gesicht wahren zu können, sollte "weitere Beobachtung" heißen. Daraus ist nichts geworden. Die Maßnahme wäre auch zu lächerlich gewesen. Österreichs Regierung steht ebenso, wie jede andere Regierung auch, unter nationaler wie internationaler Beobachtung. Die FPÖ erst recht. Staatsmännische Klugheit oder politischen Weitblick haben Frankreich, Belgien, Deutschland und die USA in der Causa Sanktionen gegen Österreich von Anfang an nicht bewiesen. Im Gegenteil: Chirac, Schröder, Fischer und Michel haben nicht nur sich selbst, sondern auch der europäischen Idee nachhaltig geschadet. Für Österreich ist ein trauriges Kapitel seiner Geschichte abgeschlossen. Für den Kontinent noch nicht: Ein Europa unter dem Kommando dieser Herren lässt nur wenig Zuversicht aufkommen.

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