FWV: Kammerreform schreit nach Urabstimmung

Wien (OTS) - Bestürzt zeigte sich der Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes, Dr. René Alfons Haiden, nach Bekanntgabe von Details der geplanten Wirtschaftskammerreform. "Die geplanten Maßnahmen verlangen danach, die Betroffenen, nämlich die Mitglieder der Wirtschaftskammern, darüber ausführlich zu informieren.", hob Haiden gegenüber Pressevertretern hervor. Entscheidende Mechanismen der Wirtschaftsvertretung sollten umgeformt werden, obwohl sich erst vor 5 Jahren in einer Erhebung eine überwältigende Mehrheit der Befragten für die Beibehaltung des bestehenden Systems entschieden hätte und nicht davon in Kenntnis gesetzt worden seien, welche Auswirkungen eine 30-prozentige Einsparung hätte.

Die Vielzahl der Veränderungen ginge vor allem zu Lasten der Klein- und Mittelbetriebe. Etwa 120 000 WK-Mitglieder, die bisher aufgrund geringerer Umsätze keine Kammerumlagen gezahlt hätten, sollen neu zur Kasse gebeten werden, um damit die Industrie und Großbetriebe zu entlasten. Die neue "Basisumlage" soll von oben nach unten verteilt werde, sodaß die Fachgruppen zu Bittstellern würden, das sei eine an die Substanz gehende Systemveränderung, die nur mit Zustimmung der Mitglieder selbst getroffen werden könne. Die vor der Wirtschaftskammerwahl im März vom Wirtschaftsbund in Auftrag gegebene Umfrage habe keine der jetzt auf's Tapet gebrachten Belastungen für die Klein- und Mittelbetriebe ausgesprochen und könne als Alibi nicht herhalten. Der FWV habe aber schon damals vor genau solchen Umverteilungen gewarnt.

Die Zerstörung der erfolgreichen Kammerstruktur habe aber auch eine menschliche Note. Die Beschäftigten der Wirtschaftskammern, größtenteils hoch qualifiziert, sähen über Nacht einer ungewissen Zukunft entgegen. Sie seien plötzlich die Opfer der Rationalisierung, Einsparung und personellen Einschränkungen geworden, obwohl sie den Kammerapparat trügen und seit Jahrzehnten nur positive Aussagen über den österreichischen Weg der Sozialpartnerschaft gehört hätten. Einen Weg, um den uns im Ausland viele beneideten. Die nun beabsichtigten Schritte entsprächen den Sanierungsmaßnahmen eines maroden Konzerns, während die Wirtschaftskammer eine gesunde und bewährte Institution sei.

Haiden weiter: "Nun soll nicht bestritten werden, daß es in jeder Firma und somit auch in den Wirtschaftskammern Erneuerungspotenzial gibt, man sich anpassen muß und zu verändern hat. Das ist auch in den letzten Jahren immer wieder geschehen. Noch nie aber wurden einschneidende Maßnahmen völlig ohne die betroffenen Mitglieder durchgesetzt. Schon im November 1999 wurde seitens des FWV ein Einsparungspotential geortet, dieses jedoch mit 20 % beschränkt.

Die nunmehrigen Forderungen einer Einsparung von 30 % (!) oder ATS 2,1 Milliarden oder strukturelle Veränderungen wären zwar vorstellbar, keinesfalls aber zu Lasten der Klein- und Kleinstbetriebe.

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