Lichtenberger: Bahnhof St. Anton 'Denk-mal' für Bahnpolitik

Bahnhofseröffnung am Arlberg bietet wenig Grund zur Freude

Wien (OTS) Wenig Grund zur Freude, aber viel Grund, über die österreichische Bahnpolitik nachzudenken, sehen die Grünen anläßlich der Eröffnung des neuen Bahnhofs in St. Anton. "Am meisten zu feiern haben wohl jene, die sich von den jetzt neu zur Verfügung stehenden Grundstücken im Ortszentrum eine profitable Nutzung erwarten können. Für all jene jedoch, die die Bahn tatsächlich nutzen, besteht weniger Grund zur Freude. Für ökologisch bewußte SchifahrerInnen etwa, die mit dem Zug anreisen, bedeutet der nun längere Weg zu den Bergbahnen eine massive Verschlechterung", stellt die Verkehrsprecherin der Grünen, Eva Lichtenberger, fest.

Lichtenberger betont, daß man die Ausgaben für die Zugumfahrung in St. Anton bei weitem sinnvoller hätte einsetzen können: "Allein die beachtliche Summe, um die das Projekt teurer geworden ist als ursprünglich veranschlagt und über die offiziellerseits beharrlich geschwiegen wird, hätte mehr als ausgereicht, um etwa die Tiroler Außerfernbahn vor der Einstellung zu bewahren. Dann hätte man jetzt eine attraktive Bahnverbindung für die Außerferner Bevölkerung, also einen wirklichen Grund zum Feiern."

Realität ist jedoch, kritisiert die Grüne Nationalratsabgeordnete, daß die Nebenbahnen kaputt gespart und letztlich eingestellt werden, während für Prestigeprojekte nichts teuer genug ist. Realität ist auch, daß die groß angekündigte Bahnhofsoffensive sich nun aus "Sparzwängen" auf die großen Zentren beschränkt und an den meisten Menschen in den Regionen vorbeigehen wird. "Wer immer sich hier in St. Anton ein Denkmal setzen wollte, hat es geschafft, ein 'Denk mal!' für die österreichische Bahnpolitik zu bauen."

"Hätte man das Argument der Wirtschaftlichkeit, das bei den Nebenbahnen in den letzten Wochen unentwegt strapaziert worden ist, auch auf dieses Bauwerk angewendet", so Lichtenberger weiter, "hätte das Denkmal Bahnhof St. Anton null Chancen auf Verwirklichung gehabt." Als Forderung für die Zukunft formuliert die Grüne Verkehrssprecherin: "Die Politik muß endlich beginnen, an jene Menschen zu denken, die Verkehrsanbindungen von den Regionen in die Zentren brauchen. Kostspielige Denkmäler à la St. Anton müssen endgültig der Vergangenheit angehören!"

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