Format: Auch Wiener Wirtschaftskammer profitierte von

NS-Zwangsarbeitern Wirtschaftskammer zahlt nun doch in NS-Versöhnungsfonds

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe unter Berufung auf jüngste Archivfunde berichtet, hatte auch die Wiener Wirtschaftskammer während des Zweiten Weltkrieges vom Leid tausender NS-Zwangsarbeiter profitiert.

Jüngsten Unterlagen in Wiener Archiven belegen, daß Millionen von Reichsmark während des Zweiten Weltkriegs auf ein Konto einer von der Kammer diskret gegründeten Firma mit dem Namen "Industrie- und Handwerksförderungsgesellschaft m.b.H" (Inha) geflossen sind. Kammerfunktionäre hatten 1942 das Unternehmen etabliert, das für Rüstungsfirmen aber die Stadt Wien und ihr zugehörige Firmen Arbeitslager errichtete und vermietete. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in den Lagern wurden den Zwangsarbeitern direkt vom spärlichen Lohn abgezogen. Die Firma der Kammer soll laut FORMAT sogar bis weit nach dem Krieg - noch bis Anfang der Sechzigerjahre -bei anderen Unternehmungen Forderungen aus den Geschäften mit den Zwangsarbeitern eingetrieben haben. Der Historiker Stefan Lütgenau, renommierter Autor mehrer Studien zum Thema Zwangsarbeit, fand die entsprechenden Unterlagen in Wiener Archiven: "Insgesamt hat die Firma Lagerplätze für 7.000 bis 8000 Zwangsarbeiter errichtet, verwaltet und vermietet". Bislang hatte die Wirtschaftskammer jeden Beitrag zum sogenannten Versöhnungsfond für die Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter verweigert. Nachdem FORMAT vergangene Woche die Wirtschaftskammer Wien mit den Recherchen konfrontierte, entschloß sich die Kammer zur Beteiligung an der finanziellen Wiedergutmachung: "Es kann davon ausgegangen werden, daß im Sinne des Grundgedankens dieser Aktion ein freiwilliger Solidarbeitrag geleistet werden wird," heißt es in einer ersten Stellungnahme.

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