AK: Mehr Ausbildung in Zukunftsberufen statt Schüler ausschließen

AK fordert Ausbau der berufsbildenden Schulen mit Schwerpunkt auf innovative Zukunftsbereiche

Wien (AK) - Mehr Ausbildungsplätze an den Berufsbildenden Schulen fordert die AK Bildungsexpertin Inge Kaizar. Die Vorschläge der Wirtschaftskammer nach einer "neuen Aufnahmepraxis" sei ein Rückfall in die überwunden geglaubten Zeiten der Selektion durch Aufnahmeprüfungen, kritisiert Kaizar. Aufnahmsprüfungen seien teuer und ungeeignet, sagt Kaizar. Statt Lernwillige aus den Schulen zu sperren, müssen die Berufsbildenden Höheren Schulen ausgebaut werden, die Zahl und die Qualität der Ausbildungsplätze an die Anforderungen angepasst werden. Vor allem für Berufe in der Informationstechnologie fehlen Ausbildungsplätze, kritisiert Kaizar. ***

Aufnahmsprüfungen sind ungeeignet und der falsche Weg, Bildungsströme zu steuern, erklärt die Leiterin der AK Abteilung für Bildungspolitik, Inge Kaizar.: punktuelle Prüfungen wie Aufnahmetests können keinerlei Aussagen über die weitere Bildungslaufbahn geben. Außerdem kosteten die Aufnahmsprüfungen jährlich mehr als 40 Millionen ATS.

Außerdem gelten ja Bestimmungen für die Aufnahme an Berufsbildende Höhere Schulen: SchülerInnen, die sich für die Aufnahme an einer BHS bewerben, müssen gute Leistungen in Deutsch, Mathematik und Englisch erbringen. Zudem kann der Schulgemeinschaftsausschuss der BHS eigene Qualitätskriterien für die Aufnahme festlegen. Diese Bestimmungen gelten, seit die Aufnahmsprüfungen vom Nationalrat mit einer Zweidrittel-Mehrheit abgeschafft wurden.

Das Problem der vielen Abweisungen und überfüllten Klassen in den BHS liegt darin, dass vom Unterrichtsministerium kein Ausbau innovativer Bereiche vorgenommen wurde. Immer mehr Jugendliche wollen zum Beispiel in eine Ausbildung in Berufen der neuen Informationstechnologien, allerdings fehlen die dafür nötigen Ausbildungsplätze. Daneben gibt es aber zuviel Plätze wie z.B. für die Textil- oder Landwirtschaft, die aufgrund von wirtschaftlichen Strukturveränderungen kaum am Arbeitsmarkt benötigte Jugendliche ausbilden. Eine seit Jahren notwendige Umstrukturierung wurde nicht angegangen.

Zu wenig Ausbildungsplätze führen zu hohen Klassenschülerzahlen vor allem in den ersten Klassen. Statt Jugendlichen die Chancen für die Zukunft durch Zugangsbeschränkungen zu nehmen, sollte das Recht auf Ausbildung und einen Ausbildungsplatz geschaffen werden. Die AK fordert eine Umstrukturierung und den Ausbau der berufsbildenden Schulen mit dem Schwerpunkt auf innovative Zukunftsberufe.

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