Wirtschaft verlangt neue Aufnahmepraxis für berufsbildende Schule

Piskaty: "Mehr Initiative, Phantasie und weniger Bürokratie sind gefragt"

Wien (PWK741) - "Abweisungen von 14-Jährigen, die an eine HAK oder HTL wollen, müssen differenziert betrachtet werden", ist Georg Piskaty, Bildungsexperte der Wirtschaftskammer Österreich, überzeugt. Erste Klassen berufsbildender mittlerer und höherer Schulen dienen nämlich auch zur Absolvierung des 9. Pflichtschuljahres für Pflichtschulabsolventen, wenn sie nachher eine Lehre absolvieren möchten. Diese "Umgeher" etwa des Polytechnischen Lehrganges belasten die ersten Klassen berufsbildender Schulen über Gebühr, obwohl sie an sich diesen Bildungsweg nicht planen. Hier liege nicht primär eine Misere des berufsbildenden Schulwesens vor, sondern ein Defizit im Image des Polytechnischen Lehrganges. "Jetzt sind innovative Konzepte des Unterrichtsministeriums gefordert, die bislang leider nur in Ansätzen sichtbar sind", so Piskaty.

Insbesondere eine bessere Verknüpfung der positiven Absolvierung des Polytechnischen Lehrganges mit berufsvorbildenden Komponenten und der nachfolgenden Berufsschule wäre eine wichtige Maßnahme, um diesen Bildungsweg attraktiver zu machen.

Darüber hinaus verlangt Piskaty aber auch ein Abgehen von einer völlig unselektiven Aufnahmepraxis von HTL und HAK. Nach der von der Wirtschaft heftig kritisierten Beseitigung der Aufnahmetests für BHS, die letztlich von der zuständigen Sektion des Unterrichtsministeriums durchgesetzt wurde, fehlen den Schulen eigene Qualitätsbewertungskriterien, nach denen sie Schüler gemäß ihrer Begabung aufnehmen. Daher sei es unumgänglich, dass die Abschlusszeugnisse für eine Reihung verwendet werden, damit bessere Schüler nicht abgewiesen werden müssen, wie es derzeit der Fall zu sein scheint. Die Wirtschaft verlangt daher auch bei den Aufnahmeverfahren für die berufsbildenden Schulen mehr Initiative und Phantasie und weniger Bürokratie sowie ein Abgehen vom "Gießkannenprinzip". (MH)

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