Vorarlberg hat niedrigste Suizidziffer Österreichs

Prävention soll weiter verstärkt werden

Bregenz (VLK) - Vorarlberg hat seit Jahren die niedrigsten Suizidziffern Österreichs. Dieser Trend hat sich auch im Jahr
1999 fortgesetzt. Der aktuelle Suizidbericht, Autoren sind
die Primarärzte Albert Lingg und Reinhard Haller, weist für Vorarlberg eine Suizidrate von 13,9 Suizidfällen pro 100.000 Einwohner aus. Der österreichische Durchschnittswert beträgt
19,3. "Wir haben damit seit 1993 auch die von der WHO für das
Jahr 2000 vorgegebene Rate von 15 durchgehend erreicht", so Gesundheits-Landesrat Hans-Peter Bischof. Wesentlich trage
dazu auch das gute psychosoziale Versorgungssystem im Land
bei. ****

Seit 1985 werden in Vorarlberg die Suizidtodesfälle
systematisch registriert. Damals wurde von der
Landesregierung eine Suizidstudie in Auftrag gegeben, um Gegenstrategien für die seit Ende der 70er-Jahre steigenden Suizidraten einleiten zu können. Trauriger Höhepunkt waren
die Jahre 1985 und 1986 mit 80 bzw. 77 Fällen. Seither ist
ein deutlicher Rückgang mit Stabilisierung auf niedrigem
Niveau feststellbar. "Diese erfreuliche Entwicklung ist auf
die intensiven suizidprophylaktischen Aktivitäten zurückzuführen", will Landesrat Bischof den bewährten Weg fortsetzen. Dazu gehören eine weitere Verstärkung der Präventionsarbeit, die Sicherung des psychosozialen Netzes,
das für jedermann leicht und kostengünstig zugänglich ist
sowie eine weitere Enttabuisierung des Themas in der Öffentlichkeit.

Mittelfristig, so die Primarärzte Lingg und Haller, ist
mit einer Etablierung der absoluten Suizidzahlen bei 40 bis
50 pro Jahr zu rechnen. Damit liegt Vorarlberg nicht höher
als vor dem Anstieg Ende der 70er-Jahre, die Suizidrate auf
Grund der Bevölkerungszunahme sogar niedriger.

Insgesamt haben sich im Jahr 1999 in Vorarlberg 48
Personen (34 Männer und 14 Frauen) das Leben genommen. Damit
zeigt die Geschlechtsverteilung eine Annäherung. Die Rate von
2,4 : 1 liegt niedriger als in den Jahren zuvor
(durchschnittlich 4 : 1).

Die Altersverteilung zeigt einen Gipfel im jungen
Erwachsenenalter, insbesondere in der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen und einen zweiten Höhepunkt bei der Gruppe der
65- bis 69-Jährigen. Diese soziodemografischen Hinweise
zeigen auf, wo der Schwerpunkt antisuizidaler Aktivitäten zu
setzen ist, so die Autoren Lingg und Haller. Auch sie
plädieren für eine Fortsetzung der begonnenen Aktivitäten und sensible Reaktion auf neue Entwicklungen.
(hh/ug,nvl)

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