Gewerbeverein: Bundesregierung behandelt Präsenzdiener letztklassig!

Wien (ots) - Bei der Anrechnung von Präsenzdienstzeiten für den Pensionsantritt benimmt sich die österreichische Bundesregierung beschämend - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) in einer Presseaussendung. Für Präsenzdiener, die nach dem 1.10. 1945 geboren sind, fallen neuerdings diese Zeiten ersatzlos weg.

Wenn man bedenkt, dass Präsenzdiener ungleichbehandelte "Zwangsarbeiter" sind (Frauen müssen nicht zum Heer und gehen auf Kosten der Männer fünf Jahre früher in Pension), versteht man erstmalig den vollmundigen Spruch 'Österreicher zuerst' als jenen Zynismus, der er ist.

Wenn man weiss, dass es damals Maturanten gab, die sich von der "Heerespro-paganda" einlullen ließen, Einjährig Freiwillige wurden und dann noch ein dreizehntes Monat anhängen mussten, weil etwa 1968 die Russen in die Tschechoslowakei einmarschierten und sich die damalige Bundesregierung nahe der Flucht-Hubschrauber aufhielt, 19jährige aber als Kanonenfutter verpflichtet wurden, dann ist die Regelung noch weniger nachzuvollziehen.

Eine Bundesregierung, in der die Minister der einen Partei fast aus lauter "Freigestellten" besteht, die andere einen Verteidigungsminister stellt, der nahezu am liebsten in seiner grünen Montur schlafen würde, kann man erkennen, dass das Verständnis für Zwangsarbeiter im Dienste des österreichischen Bundesheeres der Zweiten Republik der Regierung vollkommen unterentwickelt ist.

Der Österreichische Gewerbeverein fordert daher von der Bundesregierung unmissverständlich, zwangsrekrutierten Soldaten (besonders solchen, die man für einen möglichen Kriegsfall als Kanonenfutter in ihrer Freiheit behinderte) jene Gleichbehandlung zuteilwerden zu lassen, die Menschen gebührt, denen man stets eingeredet hat, sie leisten "Dienst am Vaterland". Würde ist gefragt!

Bei der Pensionsregelung für Präsenzdiener ist das Vaterland jedenfalls ein "Rabenvaterland", das sich schämen sollte. Treffergenauigkeit ist angesagt, hoffentlich ist die beim Militär nicht so mies, wie jene der Bundesregierung.

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