"Neues Volksblatt" Kommentar: "15.000 weg" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 5. September 2000

Linz (OTS) - Mit den heutigen Gehaltsverhandlungen zwischen Bund
und Beamten-Gewerkschaft geht die Budgetsanierung in eine entscheidende Phase. Denn bisher blieb der Budgetfahrplan bei Ausgabeneinsparungen und Aufgabenreform äußerst unklar. Fix ist nur eines: 15.000 öffentlich Bedienstete müssen weg. Das ist als Ziel, Stichwort Überbürokratisierung, berechtigt. Interessant ist aber doch, dass damit, einmal mehr, die Beamten quasi der Öffentlichkeit vorgeführt werden, nicht aber das, was hinter ihrer zu großen Zahl steht: Doppelgleisigkeiten, Verwaltungsabläufe, die in ihrer Umständlichkeit in modernen Wirtschaftsunternehmen undenkbar wären, ständiges Misstrauen des Unternehmens, sprich, des Bundes, durch das dem einzelnen Beamten, entgegen jeglicher Managementlehren, in der Regel noch immer nicht einmal ein Mindestmaß an Eigenverantwortung zugestanden wird. Dass unter diesen Prämissen von einer leistungsgerechten Besoldung, nach oben wie nach unten, kaum die Rede sein kann, ist klar. Fazit: Die Gehaltsverhandlungen für die Beamten brauchen Versachlichung und, von beiden Seiten, thematische Verbreiterung. Streit um Beamten-Zahl und -Kosten ohne konkrete Vorschläge zur Aufgabenreform bringt nicht weiter.

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