"Kleine Zeitung" Kommentar: "Standort" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 05.09.2000

Graz (OTS) - Alle reden nur noch vom "Standort". Im Zeitalter der Globalisierung wäre es altmodisch, die Begriffe "Heimat" oder gar "Vaterland" in den Mund zu nehmen. Die Manager, die so schnell wie das Kapital um den Globus jetten, haben auch die "Nation" schon aus ihrem Wortschatz gestrichen. Ihr Horizont reicht bekanntlich vom Sonnenaufgang bis zum -untergang, weshalb sie nur noch wechselnde Standorte kennen.

Begonnen wurde die Standort-Diskussion in Deutschland, wo der Sprecher der Industrie die Regierung mit der Drohung unter Druck setzte, der Standort Deutschland wäre gefährdet, wenn die Steuern und Sozialabgaben nicht gesenkt würden.

Da das Schlagwort bei den Nachbarn Eindruck machte, wird es nun auch bei uns eingesetzt. Die Marktschreier der Wirtschaft sehen den Standort Österreich durch das Sanierungspaket gefährdet.

Nun ist nicht zu leugnen, dass die Streichung des Investitionsfreibetrages und die Besteuerung der Stiftungen den Standort weniger attraktiv machen. Entscheidend ist jedoch, dass Österreich insgesamt zumindest so attraktiv bleibt wie die Konkurrenz. Das wissen auch die Manager und Industriellen, sofern sie rational und nicht bloß emotional handeln. ****

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