Soziale Sicherheit von der ersten bis zur letzten Klasse - und darüber hinaus

Leistungen der Schülerunfallversicherung

Soziale Sicherheit von der ersten bis zur letzten Klasse - und darüber hinaus (Fortsetzung)

Soziale Sicherheit

OTS (Wien)
Angesichts der Lebensgefahren für unsere Jugend während ihrer Ausbildung hat der Gesetzgeber vorgesorgt: Seit 1977 sind Schüler und Studenten kraft Gesetzes durch die Allgemeine Unfallversicherung (AUVA), die soziale Unfallversicherung geschützt - in der sozialen Krankenversicherung sind sie bei ihren Eltern (noch) mitversichert.

Unfallversicherung beitragsfrei!

Für die soziale Unfallversicherung der AUVA werden keine Beiträge eingehoben - sie wird aus dem Familienlasten-Ausgleichsfonds (FLAF:
60 Millionen S) und aus den Beiträgen der Unternehmen finanziert. In den Schulen allenfalls kassierte Beiträge dienen zum Abschluss kollektiver Privat-Unfallversicherungen, die den nicht sozialversicherten Lebensbereich abdecken sollten.

Versicherungsschutz

Geschützt sind Unfälle, die mit der Ausbildung in einem ursächlichen Zusammenhang stehen (z. B. bei der Teilnahme an Unterrichtsveranstaltungen, Exkursionen, Wandertagen, Sport- und Projektwochen und schulbezogenen Veranstaltungen). Der Versicherungsschutz gilt auch für Unfälle auf dem Weg zur Schule oder Universität sowie zu den erwähnten Schulveranstaltungen bzw. auf dem Heimweg von dort.

Leistungen

Die AUVA erbringt folgende Leistungen:
Verhütung von Schülerunfällen und Berufskrankheiten
Vorsorge für Erste Hilfe
Unfallheilbehandlung
Rehabilitation
Entschädigung nach Arbeits- und Schülerunfällen und Berufskrankheiten
Vorsorge für arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung
Forschung nach den wirksamsten Methoden und Mitteln zur Erfüllung dieser Aufgaben.

Meldepflicht

Der Unfall muss der AUVA gemeldet werden, damit Leistungen
erbracht werden können. Die Schuldirektion bzw. der Träger der Einrichtung, in der die Ausbildung erfolgt, ist gesetzlich zur Meldung von Unfällen verpflichtet. Die Meldung ist an die örtlich zuständige Landesstelle oder Außenstelle der AUVA zu richten. Diese Kundendienst-Stellen stehen auch für Auskünfte zur Verfügung.

Sachleistungen

Unfallheilbehandlung

Die AUVA erbringt die ambulante oder stationäre Unfallheilbehandlung direkt in ihren eigenen sieben Unfallkrankenhäusern. Für die Behandlung in einem anderen Krankenhaus oder bei einem Kassenarzt trägt zuerst die soziale Krankenversicherung die Kosten (Vorleistungspflicht). Ein dabei nach den Sozialversicherungsgesetzen entstehender Selbstbehalt kann auf Antrag durch die AUVA ersetzt werden. Dies gilt nicht für die Kosten einer Behandlung auf "Klasse".Bei Einlieferung in eine Privatklinik (ohne Vertrag mit der Krankenkasse) können Honorare entstehen, die durch die vorgesehenen Vergütungssätze nicht gedeckt sind!

Bergungskosten/Transportkosten

Für Bergungskosten durch Bergwacht, Bergrettung, Hubschrauber besteht ein Rechtsanspruch auf Ersatz durch die AUVA nur, wenn die Bergung medizinisch erforderlich war und der weitere Transport zur Unfallheilbehandlung in ein Unfallkrankenhaus führt. Erfolgt die Einlieferung in ein anderes Krankenhaus, können eventuell entstandene Kosten im Wege einer Unterstützung durch die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt ersetzt werden. Erfolgt nach stationärer Heilbehandlung ein Überstellungstransport in ein anderes Krankenhaus als ein Unfallkrankenhaus, besteht kein Rechtsanspruch auf Ersatz durch die AUVA, sondern eventuell durch die Krankenkasse. Bei medizinischer Indikation kann über Antrag eine Unterstützung durch die AUVA zum vollen oder teilweisen Ersatz der Rest-Kosten erfolgen. Für allenfalls nicht refundierbare Kosten werden die kollektiven Privatversicherungen von den Schulen hauptsächlich abgeschlossen.

Prothetische Versorgung oder Hilfsmittel

Um die Folgen des Unfalles zu lindern und den Erfolg der Heilbehandlung zu sichern, besteht Anspruch auf prothetische Versorgung. Bei Zahnersatz nach Unfällen bleibt der Anspruch auf Leistung bis zur endgültigen Versorgung nach Abschluss des Zahnwechsels bzw. des Kieferwachstums bestehen (Kostenvoranschlag einschicken). Bei Bestehen einer sozialen Krankenversicherung übernimmt diese grundsätzlich die Kosten einer unfallbedingten konservierenden Zahnbehandlung. Allfällige (Rest-)Kosten können über Antrag durch die AUVA übernommen werden.
Wichtig: Die AUVA hat alle Schulen in Österreich mit Zahnrettungsboxen für ausgebrochene Zähne nach Unfällen versorgt!

Bereits vorhandene Hilfsmittel (z. B. Brillen) werden dann
ersetzt, wenn die Zerstörung des Hilfsmittels mit einer Körperverletzung verbunden ist. Bei reinem Sachschaden gibt es keinen Ersatz (aber meist eine Brillenversicherung). Es wird empfohlen, eine Bestätigung zu erbringen, dass die neue Brille im Wert der alten entspricht.

Rehabilitation

Zur bestmöglichen Behebung der Folgen des Unfalles erbringt die AUVA in ihren vier Rehabilitationszentren medizinische Rehabilitation. Im Bedarfsfall werden auch umfangreiche berufliche und soziale Rehabilitationsleistungen erbracht -
z.B. Nachhilfeuntericht bei langer Versäumnis des Unterrichts oder die behindertengerechte Adaptierung der Wohnung.

Geldleistungen:

Versehrtengeld

Beträgt die unfallbedingte Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 20 Prozent und dauert diese Beeinträchtigung länger als drei Monate, dann wird ein einmaliges Versehrtengeld ausbezahlt. Dieses beträgt 2000:
bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von
20 Prozent ATS 7.123 (EUR 517,65)
30 Prozent ATS 15.494 (EUR 1.125,99)
40 Prozent ATS 28.601 (EUR 2.078,52)
für je weitere 10 Prozent ATS 7.149 (EUR 519,54)
bei 100 Prozent ATS 71.495 (EUR 5.195,74)

Versehrtenrente

Beträgt die Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 50 Prozent und dauert dieser Zustand länger als drei Monate an, dann besteht Anspruch auf eine Versehrtenrente (14mal jährlich). Diese Rente wird ausgezahlt ab dem Zeitpunkt, zu dem die Schulausbildung voraussichtlich beendet und der Eintritt in das Erwerbsleben erfolgt wäre. Die Höhe der Rente hängt von der Bemessungsgrundlage und dem Grad der Versehrtheit ab.
Bemessungsgrundlage für 2000:
ab dem 16. Lebensjahr ATS 65.184 (EUR 4.737,11)
ab dem 19. Lebensjahr ATS 86.920 (EUR 6.316,72)
ab dem 25. Lebensjahr ATS 130.377 (EUR 9.474,74)
Das bedeutet z. B. bei völliger Erwerbsunfähigkeit eine Rente in folgender Höhe (2000):
ab dem 16. Lebensjahr ATS 3.724,80 (EUR 270,69) pro Monat,
ab dem 19. Lebensjahr ATS 4.966,90 (EUR 360,96) pro Monat,
ab dem 25. Lebensjahr ATS 7.450,10 (EUR 541,42) pro Monat.
Bei geringerer Minderung der Erwerbsfähigkeit fällt die Rente entsprechend geringer aus. Schüler und Studenten, die durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit pflegebedürftig wurden, erhalten von der AUVA ein Pflegegeld auch vor Anfall einer Versehrtenrente. Im Todesfall gibt es einen Teilersatz der Bestattungskosten; Hinterbliebene erhalten gegebenenfalls Renten. Alle angeführten Beträge werden jährlich nach dem Pensionsanpassungsgesetz erhöht.

Weitere Informationen bei den Kundendienst-Stellen der AUVA und
im Sozialnetz:
http://www.auva.sozvers.at

(Ende)

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