Schlechte Erntesituation macht Mehl teurer

Getreidemüllereien müssen derzeit die höchsten Preise für Weizen und Roggen seit dem EU-Beitritt bezahlen

Wien (PWK737) - Die extreme Hitze und Dürre vor Sommerbeginn hat
in Ostösterreich bei Brotweizen einen Ertragsrückgang um fast ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr bewirkt. Gesunkene Ertragsmengen und der Abfluss von Getreide in benachbarte EU-Staaten bescheren den österreichischen Getreidemühlen die höchsten Preise für Weizen und Roggen seit dem EU-Beitritt. Die heimischen Müller sehen sich nun gezwungen, die Preise für Mehl zu erhöhen.

Regional mussten die Bauern heuer empfindliche Ernteausfälle hinnehmen. Vor dem Anfang Juli einsetzenden Wetterumschwung wurden qualitativ gute Mengen eingebracht, dann verzögerte sich die Getreideernte in allen österreichischen Anbaugebieten um 3 bis 4 Wochen. Während die Qualität des Weizens und Roggens anfangs ausgezeichnet war, waren die später geernteten Partien bereits qualitativ erheblich schlechter.

Einzelne EU-Länder wie z.B. Italien zeigen großes Kaufinteresse nach bestem österreichischen Qualitätsweizen, denn in Frankreich und Deutschland gab es bei Weizen aufgrund des feuchten Wetters große Qualitätseinbußen. Weizen durchschnittlicher Qualität ist praktisch nicht lieferbar, so dass unsere Mühlen auf jenen teuren Prämiumweizen angewiesen sind, den die italienischen Mühlen zum Qualitätsausgleich jeweils in kleinen Mengen zumischen.

Um die Versorgung der österreichischen Backwarenerzeuger und des Lebensmitteleinzelhandels sicherzustellen, sind die Mühlenbetriebe gezwungen, überregional einzukaufen, die Rohstoffe aufwendig zu analysieren und speziell einzulagern. Roggen muss z.B. aus Ostdeutschland bezogen werden. Die Mehraufwendungen für die Versorgungssicherung und die kontinuierliche Steigerung der Preise für Brotweizen, Roggen und Durumweizen lassen nach Auffassung der Mühlenfachorganisationen in der WKÖ keinen Zweifel aufkommen, dass die Mühlen aus der Erntesituation die Konsequenzen ziehen und die Mehlpreise erhöhen müssen. Der Rohstoff Getreide geht in die Mühlenkalkulation bis zu 80 % ein.

Die Mühlen konnten in den vergangen vier Jahren die gestiegene Verarbeitungskosten nicht auf die Preise überwälzen. Rentabilitätsprobleme wurden anfangs noch durch Rationalisierung und Logistikmaßnahmen abgefangen. Für die aktuellen Schübe bei Rohstoff-, Personal-, Energie- und Transportaufwendungen ist diese Möglichkeit jedoch gänzlich ausgereizt. (MH)

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