KMUs müssen bei Euroumstellung besonders unterstützt werden

WKÖ-Präsident Leitl setzt sich für kurze Doppel-Bargeldphase, Euro-Förderprogramme und praxisgerechte Information ein

Wien (PWK736) - Es besteht kein Zweifel, dass vor allem die Unternehmen eine Schnittstellenfunktion beim Bargeldumtausch vom Schilling zum Euro übernehmen werden. Nicht nur die Banken und Handelsunternehmen, auch Gewerbebetriebe, Taxifahrer, Restaurants -einfach alle Unternehmen - werden mit der Bargeldumstellung Anfang 2002 mit zweierlei Bargeld umgehen können müssen. Für die Wirtschaftskammer Österreich gibt es im Zusammenhang mit dem Euro ein klares Ziel: Die möglichst reibungslose und kostenschonende Euro-Umstellung für Österreichs Betriebe.

WKÖ-Präsident Leitl sind dabei drei Punkte besonders wichtig, wie er bei der heutigen Pressekonferenz zum "Euromobil 2000" erklärte:
"1. Eine kurze Übergangsperiode Anfang 2002. Nachdem die Doppel-Bargeldphase rechtlich bereits auf einen relativ langen Zeitraum von zwei Monaten fixiert wurde, unterstützt die WKÖ alle Maßnahmen, die den Bargeldaustausch de facto wesentlich verkürzen. Ein griffiges Maßnahmenbündel muss dafür in Österreich noch ausgearbeitet werden. So raten wir beispielsweise den Unternehmen, ab dem 1. Jänner 2002 nur mehr Euro-Bargeld herauszugeben, um den Schilling-Bargeldumlauf rasch zu reduzieren." Eine solche Entscheidung könne im Wege von Branchenvereinbarungen herbeigeführt werden. Die Vereinbarung, etwa im Handel ab 1.1.2002 nur mehr Euro-Münzen und -Banknoten an die Kunden herauszugeben, spare Kosten und erleichtere ebenfalls den Umgang während der Doppel-Bargeldphase.

"2. Um die Belastung der Betriebe durch die sich ergebenden Umstellungskosten möglichst gering zu halten, sollten Euro-Förderprogramme österreichweit installiert werden", forderte Leitl. In einigen Bundesländern gibt es solche, in anderen nicht. Dies sei nicht verständlich. Vor allem Klein- und Mittelbetriebe - 85 Prozent aller Unternehmen haben zehn oder weniger Arbeitnehmer -sollten hier unterstützt werden. Für die Wirtschaftskammer Österreich ist es daher vorrangig, dass die öffentliche Hand erkennt, welche Hauptlast der Wirtschaft im Zuge der Euro-Einführung zukommt.

Und 3. führte Leitl an, dass eine ordentliche, praxisgerechte Information über die Chancen und Risiken im Zuge der Euro-Einführung absolut notwendig ist. Aus diesem Grund legt die Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit den Landeskammern ganz besonders großen Wert auf eine umfassende Euro-Information für jeden einzelnen Betrieb in den verschiedensten Branchen. "Wir informieren die Unternehmen seit Anfang 1997 mit über 100 Euro-Beauftragten und dem Euro-Service intensivst zum Euro. Zahlreiche technische Fragen, zB. wie stelle ich meine Buchhaltung um, müssen beantwortet werden. Vor allem aber geht es um eine sachliche Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken des erweiterten Marktes. Die Wirtschaftskammer Österreich setzt sich mit dem Euro-Mobil das Ziel, während der Besuche von 40 Betrieben das Thema Euro in Österreich wieder auf die Top-Agenda zu bringen."

Auch WKÖ-Vizepräsident Haiden, der vom Präsidium der Wirtschaftskammer Österreich beauftragt ist, die österreichischen Unternehmen bestmöglich auf den Euro vorzubereiten, betonte das aktuelle Hauptaugenmerk der Information und Unterstützung zur Euroumstellung auf Klein- und Mittelbetriebe. "Während die Großbetriebe und teilweise Mittelbetriebe gut auf den Euro vorbereitet sind, besteht bei den zahlreichen Kleinunternehmen nach wie vor Handlungsbedarf. Nach neuesten Umfragen glauben immer noch viele, erst nach dem 28.02.2002 auf den Euro umstellen zu können. Dies ist zu spät. Denn mit der Bargeldeinführung Anfang 2002 ist die Umstellung auf den Euro in vielen Bereichen gelaufen." Dies gelte vor allem für den Zahlungsverkehr, die Lohnverrechnung, das Rechnungswesen und die EDV-Umstellung.

Die Wirtschaftskammern informieren daher seit Jahren intensiv auf allen Ebenen zum Euro. Über 800 Veranstaltungen wurden seit 1997 organisiert und 32 Broschüren zum Euro publiziert. Einzelne Broschüren - wie der "Euro-Leitfaden für das Unternehmen" - wurden über 100.000 mal angefordert.

Im Juni 1998 haben die Wirtschaftskammern an alle österreichischen Unternehmen 56 verschiedene Brancheninformationen zum Euro 390.000 mal verteilt. "Checklisten für den Einzelhandel, Gewerbe und Handwerk, Großhandel, Industrieunternehmen, Tourismusbetriebe und Verkehrsunternehmen stehen den Unternehmen neben zahlreichen weiteren Broschüren wie zum Beispiel Praxistips zu Rechnungswesen und Steuern jederzeit zur Verfügung", forderte Haiden zur Nutzung dieser wertvollen Umstellungshilfen auf.

Besonders stark ist auch das Internet-Angebot der Wirtschaftskammer unter wko.at/euro mit tausenden Seiten Euro-Information. Alle Broschüren sind über das Internet abrufbar oder können dort bestellt werden, inklusive der 56 verschiedenen Brancheninformationen. (Ne)

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