AK Oberösterreich: 20.000 Schilling Zuverdienst zum Karenzgeld bringt der Mehrheit der Frauen gar nichts

Linz (AKO) Der Vorschlag der ÖAAB-Frauenvorsitzenden Gertrude Brinek, die Zuverdienstgrenze zum Karenzgeld auf 20.000 Schilling anzuheben, geht völlig an der Realität vorbei. "Profitieren würden nur wenige gut verdienende Eltern und Selbständige", kritisiert Hedda Kainz, Vorsitzende des AK-Frauenausschusses und ÖGB-Frauenvorsitzende. Sie fordert bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Berufstätige Mütter und Väter sollen die Möglichkeit haben, die erste Zeit mit ihrem Kind zu verbringen. Das, so Hedda Kainz, sei die Absicht des Gesetzgebers bei der Einführung des Karenzurlaubs gewesen. Sie begrüße zwar jeden Vorschlag, der die Aufrechterhaltung der Erwerbsarbeit fördere, doch die Mehrheit der Frauen würde von einer Erhöhung der Zuverdienstgrenze nicht profitieren.

Für berufstätige Frauen gehe es im Wesentlichen um drei Fragen:
"Wovon lebe ich in der Zeit, in der ich mich ausschließlich der Kinderbetreuung widmen möchte, bzw. in der Zeit, in der ich zwecks Kinderbetreuung meine Erwerbsarbeit reduzieren möchte? Wie lange soll diese Zeit im Interesse des Kindes und in Anbetracht meiner beruflichen Wiedereinstiegschancen dauern? Und wer übernimmt zu welchen Bedingungen einen Teil der Betreuungsarbeit, damit ich ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen kann?"

Für Hedda Kainz ist klar: "Eine höhere Zuverdienstgrenze nützt den Frauen nichts, die in den ersten zwei Jahren keine geeignete Betreuungsmöglichkeit für das Kind haben. Sie nützt auch jenen Frauen nichts, die keine Möglichkeit haben, Teilzeit zu arbeiten oder die Betreuungsarbeit mit dem Partner zu teilen. Und das ist die Mehrheit der Frauen."

Profitieren würden von diesem Vorschlag nur sehr gut verdienende, gut ausgebildete Eltern mit attraktiven Jobs oder Selbständige. Denn ein Großteil der Frauen müsste mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten, um überhaupt 20.000 Schilling zu verdienen!

Wesentlich dringlicher sei es, bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Diese wären:
Anspruch auf Teilzeitkarenz und Reduktion der Arbeitszeit mit Rückkehrmöglichkeit zur Vollzeitarbeit, wirkliche Existenzsicherung durch ein einkommensabhängiges Karenzgeld sowie gute und ausreichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten.

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