Feurer: Stille Diplomatie im Fall Temelin führte nicht zum Erfolg

Billig-Atomstrom wird auch nach Österreich fließen

St. Pölten, (SPI) - "Die doch in den vergangenen Monaten sehr stille Diplomatie rund um die Inbetriebnahme des tschechischen Atomreaktors Temelin führte zu keinem sichtbaren Erfolg. Der tschechische Atomreaktor mit einem Sicherheits- und Technik-Level aus den 60er Jahren wird ans Netz gehen. Damit steht in unmittelbarer Nachbarschaft von Österreich ein ‚Tschernobyl-Reaktor‘, der die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen massiv gefährdet", kommentiert der Umweltsprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Werner Feurer, die wenig erfolgreichen Proteste und Interventionen der Bundesregierung rund um die Inbetriebnahme des tschechischen Atomkraftwerkes Temelin an der Grenze Oberösterreichs.****

"Ich glaube, dass Österreich in Sachen grenznaher Atomkraftwerke nun einen härteren Kurs einschlagen muss. So könnten beispielsweise Finanz- und Strukturhilfen an unsere östlichen Nachbarn vom Entgegenkommen in Fragen der Energiepolitik und der atomaren Sicherheit abhängig gemacht werden. Weiters muss auf europäischer Ebene ein verstärkter Druck ausgeübt werden, wo ebenfalls im Bereich der Kreditvergabe an die Schwellenländer der EU genug Potential vorhanden wäre. Wenn stille Diplomatie, Fakten und Fachwissen nicht weiterhelfen, so muß Österreich auf anderen Ebenen seine Interessen wahrnehmen und damit die Sicherheit seiner Bevölkerung gewährleisten", so Feurer weiter.

"Die Bevölkerung erwarte sich jetzt von den Verantwortlichen in Land und Bund den nächsten Schritt. Die großen Proteste von gestern an den Grenzübergängen zu Tschechien haben eines wieder einmal gezeigt: Die Menschen haben Angst - und sie erwarten sich Unterstützung. Leider ist es nicht möglich, eine Garantieerklärung betreffend der ‚Nichtlieferung‘ von billigem Atomstrom nach Österreich abzugeben. Es gibt im mittlerweile vorhandenen Europäischen Energieverbund keine Kennzeichnungsmöglichkeit von Atomstrom, gegenteilige Aussagen entbehren jeder Grundlage. Wie sollen wir den Niederösterreichern garantieren, dass dieser Strom nicht über Deutschland in unser Netz eingespeist wird. Dies ist unmöglich und technisch auch gar nicht machbar. Der Mensch hat mit der Atomkraft eine Kraft entfesselt, die wahrscheinlich nie völlig beherrschbar sein wird. Jenen, die es bis heute nicht begreifen, müssen wir ständig unsere Bedenken darlegen, unsere Argumente erklären, aber auch Alternativen zum Ausstieg aus dieser gefährlichen Technologie bieten", so der SP-Umweltsprecher abschließend.
(Schluss) fa

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/200/2794

Landtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/NSN