"profil": Scholz: "Wende in unserer Bildungsdiskussion"

Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz attackiert das Bildungsprogramm der Regierung - fordert bessere Ausbildung der AHS-Lehrer

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" attackiert der Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz das Bildungsprogramm der Regierung: "Das Beste, was mir diesbezüglich zu unserer Regierung einfällt, ist, dass sie ihr furchtbares Bildungsprogramm nicht realisiert. Die Forderung nach bundesweiten Einheits-Tests fand zuletzt unter Reagan und Thatcher statt. Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer hat da einige alpine Gewissheiten, die möglicherweise im Zillertal greifen, aber mir als urbanen Kosmopoliten völlig fremd sind."

Der Wiener Stadtschulratspräsident fordert generell eine "kopernikanische Wende in unserer Bildungsdiskussion", denn die "Erbsünde des deutschsprachigen Schulwesens basiert auf der lückenlosen Dokumentation des Versagens". Zu 80 bis 90 Prozent müssten Kinder an Österreichs höheren Schulen das lernen, "wofür sie nicht begabt sind". Förderung von Begabungen und Anlagen würde in diesem System völlig untergehen.

Scholz sieht darüber hinaus große Defizite in der Ausbildung für AHS-Lehrer. Scholz im "profil"-Interview: "Auf eine gerade zu schandhafte Weise werden Lehramts-Absolventen an den Universitäten nicht psychologisch ausgebildet." Menschen wie "die wunderbaren Psychologen Max Friedrich und Stephan Rudas" sollten "in Sänften" zu den Auszubildenen getragen werden. Statt dessen "hält man sie dort fern. Das halte ich für sehr gefährlich."

Weiters appelliert der Wiener Stadtschulratspräsident an alle AHS-Lehrer: "Nehmt um Gottes Willen den Lehrplan nicht ernst. Betrachtet ihn als einen Steinbruch, aus dem ihr euch die Steine, von denen ihr was versteht, herausgreift."

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