Sanierer

Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Steuerzahler sind Sanierer Ausgabe vom 2. Sept. 2000 Klagenfurt (OTS) - Die einen jubeln, die anderen sind entrüstet. Den Anlass dafür bietet das gestern von der Regierung vorgelegte Konzept zur Budgetsanierung. FPÖ-Klubobmann Westenthaler spricht gar von einer "Frohbotschaft". Faktum ist, dass jene, die monatlich über 30.000 Schilling brutto verdienen, ebenso zur Kasse gebeten werden wie die Pensionisten mit mehr als 20.000 Schilling brutto. So nebenbei wird jenen 750 Schilling abgezogen, die sich weigern, eine private Pensionsvorsorge zu treffen. Außerdem will Riess-Passer 15.000 Stellen im öffentlichen Dienst abbauern und "privatisieren". Wie das gehen soll, weiß niemand. Nicht einmal die Vizekanzlerin. Man muss kein Freund der Beamten sein, aber was ist die Alternative? Die Arbeitslosigkeit, die wieder viel Geld kostet? Oder werden Tausende von Menschen in die Frührente geschickt, die noch teurer kommt? Die Budgetpläne der Regierung treffen den Mittelbau der Österrreicher und damit die Mehrheit der Steuerzahler. Obwohl die Haider-Partei immer wieder betont hat, es werde keine Steuererhöhrungen geben, gibt es sie de facto. Nämlich in der Höhe von 28 Milliarden Schilling. Wenn die Koalitionäre etwas anderes behaupten, betreiben sie Kosmetik. Sicher, die neue Regierung hat ein schweres Erbe und eine enorme Schuldenlast übernommen, die an Fahrlässigkeit grenzte. Doch jetzt schüttet sie das Kind mit dem Bade aus. Was sagt der Bärentaler jenen, denen er einredete, ihre Interessen zu vertreten, den mittleren Einkommensbeziehern? Das Robin-Hood-Gwandl ist dem blauen Jörg jedenfalls zu groß geworden.

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