FSG: Fasslabend + ÖAAB = ÖVP Drochter: Fasslabend segelt auf ÖVP-Parteikurs

Wien (FSG). "Budgetsanierung ist nicht alles, die Interessen der ArbeitnehmerInnen vertreten, dürfte aber auch nicht das vorrangige Ziel des ÖAAB sein", so das Resümee des Bundessekretärs der Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen (FSG), Karl Drochter, zur heutigen Pressekonferenz des ÖAAB-Bundesobmannes Dr. Werner Fasslabend.++++

Fasslabend hat mit seinen heutigen Vorschlägen vollinhaltlich die ÖVP-Linie übernommen, segelt auf Parteikurs und hat die ArbeitnehmerInnen endgültig in Stich gelassen. Dass er sich gegen eine Nulllohnrunde für Beamte ausspricht ist begrüßenswert und wird selbstverständlich von uns unterstützt, aber offensichtlich hat Fasslabend vergessen, dass er in seiner Funktion als ÖAAB-Obmann vor allem die Interessen der Angestellten und Arbeiter zu vertreten hat. Das ist aber bei den Vorschlägen Fasslabends nirgendwo erkennbar.

Wenn Fasslabend die ÖIAG-Privatisierung beklatscht und sich eine "Schubwirkung" für die Mitarbeiterbeteiligung verspricht, verschweigt er aus Parteitreue den "Umkehrschub". Der Ausverkauf österreichischer Kernrunternehmen bedeutet nämlich die Gefährdung Tausender Arbeitsplätze, da nach dem Ausverkauf viele österreichische Betriebe von ausländischen Konzernen kontrolliert werden. Mitarbeiterbeteiligung verliert dann ihre positiven Aspekte und bedeutet doppelte Abhängigkeit. Ausländische Konzernzentralen entscheiden dann nicht nur über Arbeitsplatzsicherheit und Erwerbseinkommen von österreichischen ArbeitnehmerInnen, sondern auch über deren Sparvermögen.

Auch das ÖAAB-Abfertigungsmodell ist jenes, das ÖVP und Wirtschaftskammer in besten Einvernehmen ausgearbeitet haben. Erklärtes Ziel ist eine Lohnnebenkostensenkung die dadurch erreicht werden soll, dass die Abfertigung in eine Betriebspension übergeleitet wird. "Die Abfertigung ist ein Lohnbestandteil. Es darf daher keinen Zwang geben, dass die Abfertigungsansprüche, die sich die ArbeitnehmerInnen durch langjährige Arbeit selbst verdient haben, zwangsweise in Pensionskassen einfließen", so Drochter. Wie die Abfertigung verwendet wird, muss allein im Entscheidungsrecht der ArbeitnehmerInnen liegen.

Wenig soziales Gefühl beweist Herr Fasslabend auch bei seinem Vorschlag zur Mitversicherung. Wenn es nach dem ÖAAB-Bundesobmann geht, dann sollen sich künftig Familien ohne Kinder auch bei geringem Einkommen die Mitversicherung des Ehepartners selbst finanzieren. Drochters abschließende Formel zur heutigen Pressekonferenz:
Fasslabend + ÖAAB = ÖVP. (ew)

FSG, 1. September 2000
Nr. 144

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