Österreichs Politik verschläft eBusiness

WK-Experte Bock verlangt von Regierung umfassendes Bildungsangebot und ressortübergreifendes Bekenntnis

Wien (PWK734) - "So einfach kann es sich die Bundesregierung nicht machen", kritisierte heute zum Abschluss der Alpbacher Wirtschaftsgespräche Fritz Bock, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Informationsgesellschaft der Wirtschaftskammer Österreich, die lückenhaften eBusiness-Aktivitäten der österreichischen Bundesregierung. "Wenn man in Österreich wirkliche Akzente für die New Economy setzen will, so brauchen wir ein ressortübergreifendes Bekenntnis zu eBusiness und nicht vereinzelte Arbeitskreise ohne klare Ziele." Gerade der Ausbau des Bildungsangebots sowie die systematische Anpassung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen für Bock offene Agenden unserer eBusiness-Politik dar. "Wir müssen daher schleunigst von Mitläufern in der europäischen eCommunity zu Trendsettern werden. Dazu muss eBusiness aber von allen Ministerien zur Chefsache erklärt werden."

Um im eBusiness-Bereich erfolgreich zu sein, braucht ein Land in dieser Richtung auch politisches Leadership. Irland, Finnland, Kanada und Singapur könnten dabei für Österreich beispielgebend sein. Während wir gerade über die Begriffsdefinition eGovernment diskutieren, müssen in Finnland 3 Millionen Einwohner keine Lohnsteuererklärung mehr abgeben, da sich der Staat bereits die notwendigen Informationen auf elektronischem Wege besorgt. Für Bock steht dahinter ein umfassendes politisches Bekenntnis zur New Economy. "Das haben wir in Österreich noch nicht. Zur Zeit glauben wir, dass wir mit vereinzelten Arbeitskreisen den gesteigerten Anforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft gewachsen sind. Das ist jedoch ein nachhaltiger Irrtum." Bock forderte daher die Regierung auf, gemeinsam mit der Wirtschaft Ziele und Strategien für den Standort Österreich in einer vernetzten Welt zu entwickeln. Der Vorsitzende der Informationsgesellschaft sieht Österreichs Chancen dabei vor allem in einer Verbesserung des digitalen Bildungsangebotes.

Will Österreich in drei Jahren in den mobilen eBusiness-Anwendungen im Tourismus weltweit führend werden, so muss heute mit dem Ausbau des Bildungsangebots in Richtung mBusiness begonnen werden. "Ich schlage deswegen vor, einen Teil der Einnahmen aus der UMTS-Versteigerung für Ausbildung aufzuwenden. Damit würden wir nicht zuletzt auch in den Wettbewerbsstandort Österreich investieren."

Um in der Anwendung der digitalen Signatur führend zu werden, muss dafür heute die Infrastruktur in der öffentlichen Verwaltung und den heimischen Unternehmen geschaffen werden. Bock denkt dabei vor allem an eine rasche Ausstattung von Bürgern und Unternehmen mit entsprechenden Smartcards.

Die Wirtschaft soll aber auch die Gelegenheit erhalten, ihr Know How in öffentlichen Schulen zu verbreiten. "Dazu müssen wir den Unternehmern und Mitarbeitern Anreize bieten, damit sie ihr Wissen in Schulen weitergeben." Im Gegenzug kann sich Bock aber auch vorstellen, dass es Lehrern ermöglicht werden soll in Betrieben Erfahrung zu sammeln. "Um der Dynamik der Wissensentwicklung im digitalen Bereich sinnvoll begegnen zu können, müssen wir heute schon mehr bieten als ein bloßes Fortbildungsseminar für Lehrer."

Bock abschließend: "Speed is almost everything! Dieser Grundsatz gilt in der digitalen Wirtschaft wohl als oberstes Gesetz. Das muss unsere Politik auch endlich begreifen und rasch zu einer wahren eBusiness-Initiative übergehen. Alles was bisher geschah waren reine Lippenbekenntnisse." (AB)

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