"Treffpunkt Kultur" am Montag, dem 4. September 2000, mit Schwerpunkt Ars Electronica

Wien (OTS) - Mit der Ars Electronica wird Linz dieser Tage zu Österreichs Kulturmetropole. Nicht nur das provokante Thema des Avantgardefestivals "Next Sex", auch das geplante Musiktheater am Schlossberg sorgt für heftige politische Kontroversen. "Treffpunkt Kultur" nimmt am Montag, dem 4. September 2000, um 22.30 Uhr in ORF 2 den Linzer Kulturkampf zum Anlass einer Live-Diskussion:
Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer von der ÖVP und FPÖ-Landesobmann Hans Achatz legen ihre Standpunkte dar. Ingrid Thurnher leitet die Diskussion in der Außenstelle im Landesstudio Oberösterreich. Im Studio in Wien präsentiert Barbara Rett unter anderem folgende Beiträge:

Ein echter Picasso in Wien: Pablo Picassos Enkel Bernard im Interview: Der Versicherungswert der gezeigten Exponate ist so hoch, dass er gleich geheim gehalten wird. Nicht zuletzt sein Schwindel erregender Marktwert trägt zur Mystifikation des Phänomens Picasso bei: Ab Donnerstag, dem 7. September, zeigt das Wiener Kunstforum mehr als 100 Werke aus dem Nachlaß des malenden Genies, wie sie in dieser Geschlossenheit noch nie der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Besitzer der Sammlung ist Pablo Picassos Enkel Bernard. Die Schau "Picasso: Figur und Porträt" ist ein garantierter Publikumshit, mehr als 200.000 Besucher werden erwartet. "Treffpunkt Kultur" stellt die gezeigten Werke vor und bittet den medienscheuen Bernard Picasso um seinen ganz persönlichen Kommentar.

Goldener Löwe für Clint Eastwood: Der Hollywood-Veteran wird in Venedig für sein Lebenswerk geehrt: Den Colt in Griffweite, den Blick in die Ferne gerichtet - so würde Clint Eastwood heute noch gute Figur auf der Breitwand machen. Doch lange schon hat sich der einsame Held legendärer Spaghettiwestern von seinem rauhbeinigen Image verabschiedet und künstlerische Vielfalt bewiesen: Dafür bekommt Eastwood zum Auftakt der 57. Filmfestspiele von Venedig den "Goldenen Löwen" für sein Lebenswerk. In den siebziger Jahren noch schoss sich Eastwood als "Dirty Harry" seinen Weg zu den Kinokassen frei, später machte er sich als differenzierter Regisseur einen Namen. "Erbarmungslos" brachte ihm den Oscar ein. In "Space Cowboys", dem Eröffnungsfilm der Biennale, spielt Eastwood an der Seite der Altstars James Garner und Donald Sutherland einen Expiloten auf gefährlicher Mission im All. "Treffpunkt Kultur" bittet Clint Eastwood zum Interview.

Hannelore Elsner: "Die Unberührbare": Die deutsche Schauspielerin live im Studio: Deutschland 1989: Die Mauer fällt und für die linke Schriftstellerin Gisela Elsner, einst Vordenkerin der Studentenrebellion, bricht eine Welt zusammen. Drei Jahre später begeht sie Selbstmord. Gisela Elsners Sohn Oskar Roehler hat seiner Mutter mit dem Film "Die Unberührbare" ein - zutiefst berührendes -cineastisches Denkmal gesetzt. Kein Nachruf, sondern ein "Nachschrei" urteilt das deutsche Feuilleton. Hannelore Elsner, als emanzipierte TV-"Kommissarin" auch hier zu Lande ein Serienliebling, erhielt für die kompromisslose Darstellung ihrer Namensvetterin den deutschen Bundesfilmpreis. "Treffpunkt Kultur" stellt den Film vor. Barbara Rett begrüßt Hannelore Elsner live im Studio.

Kulturkampf in Linz: Live-Diskussion mit Landeshauptmann Pühringer und FPÖ-Landesobmann Achatz: Sex im Cyberspace - Reproduktion im Gentech-Labor? An Tabus rührt die diesjährige Ars Electronica, steht doch das Linzer Avantgardefest vom 2. bis 7. September unter dem Titel "Next Sex". Künstler und Wissenschafter sondieren in Symposien und Performances das weite Feld der Sexualität und stellen Fragen nach ihrer Zukunft. Schon im Vorfeld hat eine spektakuläre Aktion für saftige Proteste gesorgt: Am Linzer Hauptplatz ist eine Videokabine eingerichtet. Freiwillige werden dort zur Samenspende gebeten. So hat Linz seinen Kunstskandal, der die Stadt wohl restlos vom Hautgout des Provinziellen befreit. Anlass für "Treffpunkt Kultur", dem kulturellen Klima in der Stadt nachzuspüren. Brucknerhaus, Klangwolke, Designcenter, vor allem aber die Ars Electronica sind zu Trademarks weit über die Landesgrenzen geworden. Für die nächsten Jahre sind markante Kulturbauten geplant. Während der Bau eines neuen Museums direkt am Donauufer weitgehend unumstritten ist, entbrannte um das geplante Musiktheater am Schlossberg ein veritabler Kulturkampf. Dazu bittet "Treffpunkt Kultur" die Exponenten der Kontroverse zur Diskussion: Landeshauptmann Josef Pühringer von der ÖVP und FPÖ-Landesobmann Hans Achatz legen ihre Standpunkte dar. Ingrid Thurnher leitet die Live-Diskussion in der ORF-Außenstelle in Linz.

Luna Papa: Ein poetisches Filmmärchen aus der Steppe: Eines Nachts wird eine junge tadschikische Frau zum gefallenen Mädchen - und zur Mutter. Der Kindsvater ist verschwunden, und so machen sich Vater und Bruder des Mädchens auf, den geheimnisvollen Liebhaber zu suchen. "Luna Papa" heißt das Steppenmärchen des zentralasiatischen Regisseurs Bakhtiar Khudojnazarov, das auf der Biennale im Vorjahr von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen wurde. Produziert wurde die poetische Parabel um Liebe, Schande und familiäre Bande unter österreichischer Beteiligung; eine der Hauptrollen spielt Moritz Bleibtreu, Star des jungen deutschen Kinos. "Treffpunkt Kultur" stellt den Film vor; für die Zuseher gibt es 30 Premierentickets zu gewinnen.

Geraubte Kultur: Die Geschichte "arisierter" Häuser und Möbel: Noch bis vor zwei Jahren fanden sich in Amtsstuben, Ministerien und in den Bundestheatern Möbel, die während der NS-Zeit ihren jüdischen Besitzern geraubt wurden. Mit der Ausstellung "inventARISIERT" bekennt das Wiener Museum Kaiserliches Hofmobiliendepot offen die Beteiligung an der rassistischen Enteignungspolitik im Nationalsozialismus. Dass von der "Arisierung" auch die Bewohner von zumindest 70.000 Mietwohnungen in Wien betroffen gewesen sind, ist ein Thema, das noch kaum aufgearbeitet wurde. Bis Ende September soll ein Bericht der Historikerkommission vorliegen, in welcher Form Entschädigungen geleistet werden könnten. "Treffpunkt Kultur" nimmt sich dieses heiklen Themas an und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen:
Sie berichten von traumatischen Erlebnissen, als selbsternannte Arisierungskommissare jüdische Wohnungen als Selbstbedienungsläden missbrauchten.

Multitalent Amina Handke: Ein Porträt: Aufgewachsen ist sie in Paris, Berlin und Salzburg: Amina Handke, Tochter von Schriftsteller Peter Handke und Schauspielerin Libgart Schwarz, studierte in Wien Malerei und visuelle Mediengestaltung. Heute zählt sie zu den vielseitigsten Künstlerinnen Österreichs. Sie ist Malerin, Bühnen- und Kostümbildnerin, sie dreht, schneidet und produziert Kunstvideos, sie war TV-Moderatorin einer Musiksendung und sie arbeitet seit zehn Jahren sehr erfolgreich als DJ. Ihr jüngstes Projekt: Als Sozialarbeiterin im 20. Wiener Bezirk hilft sie mehrfach benachteiligten Jugendlichen, ihren Alltag mit Videofilmen aufzuarbeiten. Anlässlich der Premiere "schneeziegenmanöver" in der gruppe 80, für die Amina Handke das Bühnenbild entworfen und ein Video produziert hat, stellt "Treffpunkt Kultur" die junge Künstlerin vor.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Andrea Rössner
(01) 87878 - DW 13945

ORF-Pressestelle

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK/GOK