Leitl fordert eBusiness-Bekenntnis der gesamten Regierung

WKÖ will mit Sozialpartner-Plattform der Regierung den Weg ins eBusiness-Zeitalter weisen

Wien (PWK730) - "Die Politik muss sich als Ganzes zur New Economy bekennen", kritisierte heute Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich anläßlich der Alpbacher Wirtschaftsgespräche zum Thema "eCommerce - eSociety", die mangelnden politischen Rahmenbedingungen für die Entwicklung der heimischen Wachstumsbranchen. Leitl bezog sich dabei auf eine internationale Studie des Economist Intelligence Units, in der Österreich hinsichtlich seiner eBusiness-Tauglichkeit unter 60 Industriestaaten nur den 18.Rang belegt. Da die Politik zuwenig Aktivitäten für die New Economy setzt, will Leitl gemeinsam mit den anderen Sozialpartnern eine Plattform bilden, die der Regierung noch in diesem Jahr konkrete Verbesserungsvorschläge unterbreiten soll.

"Heute sind wir an der 18.Stelle gereiht. Erklären wir eBusiness und die Chancen der New Economy zur Chefsache. Dann sollte es uns gelingen, in den nächsten 3 bis 5 Jahren zu den Top 5 aufzuschließen", formulierte Leitl das Ziel.

Als Grundlage für dieses Ziel, sieht Leitl die Steigerung der Internet-Anschlüsse. "Da liegen wir im europäischen Vergleich derzeit auf Platz 7. Innerhalb von drei Jahren sollte Österreich in dieser Kategorie den Sprung an die Weltspitze schaffen".
Der WKÖ-Präsident will dabei vor allem beim Bildungsbewusstsein und den steuerlichen Erleichterungen bei PCs ansetzen.

Den Weg zu den eBusiness Top 5 sieht Leitl in einem ressortübergreifenden Agieren der Bundesregierung. "Jedes Ministerium soll darüber nachdenken, wie es in seinem Bereich die New Economy stärken kann." Es sei zwar positiv anzumerken, dass sich seit dem EU-Gipfel von Feira bereits in einzelnen Ministerien Arbeitsgruppen gebildet haben (Ministerium für Wirtschaft und Arbeit BM Bartenstein), koordiniertes Vorgehen und gemeinsame Ziele seien aber noch nicht zu erkennen. "eBusiness kann nur dann gelingen, wenn wir es rasch zur Chefsache erklären," betonte der WKÖ-Präsident. Deswegen soll sich jedes Ministerium für seinen Bereich internationale Benchmarks suchen und diese in Koordination mit den anderen Ministerien möglichst rasch erreichen.
Leitl: "Wir müssen über unsere Grenzen und den eigenen Horizont hinwegblicken. 'Learning from the best' lautet daher unsere Devise."

Der Wirtschaftskammer-Präsident will selbst aktiv werden. Er appellierte an die Sozialpartner, gemeinsam mit der Wirtschaftskammer eine Plattform zu bilden, die der Bundesregierung noch im Laufe dieses Jahres konkrete Vorschläge für eine Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen unterbreitet. "Ganz klar, die Wirtschaft hat in bezug auf die New Economy die besten Erfahrungen. Diesen Wissensvorsprung will ich nützen", argumentierte Leitl.

Arbeitsschwerpunkte der Sozialpartner-Plattform sieht Leitl vorrangig in den Themenbereichen: Aus- und vor allem berufliche Weiterbildung, eGovernment, digitale Signatur und Finanzierung des Forschungsquoten-Ziels.

"Die rasche Weiterbildung neben dem Beruf wird heute zu dem Schlüsselfaktor schlechthin. Da müssen wir mit mehr Flexibilität auch im arbeitsrechtlichen Bereich reagieren können." Der WKÖ-Präsident wiederholte in diesem Zusammenhang die WKÖ-Vorschläge hinsichtlich einer generellen Erhöhung des Bildungsfreibetrages auf 15 Prozent. Für ältere Arbeitnehmer und Kleinunternehmen soll der Freibetrag auf 35 Prozent angehoben werden.

"eGovernment muss die unterschiedlichen Situationen der Unternehmer berücksichtigen. Vor allem soll wirkliche Interaktivität und nicht nur reine Amtswege-Information via Internet geboten werden." Leitl nannte in diesem Zusammenhang Finnland und Kanada als Benchmarks für die Nutzung elektronischer Hilfsmittel in der öffentlichen Verwaltung.

Für das von der Bundesregierung gesteckte Ziel einer Forschungsquote von 2,5 Prozent bis ins Jahr 2005 sieht Leitl durch die anstehenden Erlöse aus den Versteigerungen der UMTS-Frequenzen eine durchaus realistische Chance.

Die Alpbacher Wirtschaftsgespräche, die ein klares Bekenntnis zur New Economy in Österreich ablegen, möchte Leitl als Startschuss für eine ernstgemeinte eBusiness-Offensive verstehen. "Es darf nicht noch mehr Zeit verloren gehen. Immerhin geht es um unsere Wettbewerbsfähigkeit, unseren Arbeitsmarkt und unser künftiges Produktivitätswachstum." (AB)

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