EU-Erweiterungsserie: Polen - weitere Bemühungen notwendig

Kräftiges Wirtschaftswachstum hält weiter an - Außenhandel mit Österreich steigt

Wien (PWK729) - "Nachdem sich Politik und Verwaltung in Polen vor allem auf die innere Reform konzentriert haben, sind im Rahmen der Übernahme des Acquis communautaire keine nennenswerten Fortschritte erzielt worden. Trotz des Ausbaus der Verwaltungskapazitäten fehlt es an einer gewissen strategischen Planung, denn selbst wenn Gesetzesentwürfe ausgearbeitet wurden, mangelt es an der Umsetzung", analysiert Kurt Müllauer, Österreichs Handelsdelegierter in Warschau, die Beitrittsvorbereitungen Polens zur EU.

Gute Erfolge kann Polen in Bereichen des freien Kapitalverkehrs, der Dienstleistungen und der Finanzkontrolle vorweisen. Hingegen ist man beim Erlass grundlegender Binnenmarktvorschriften, bei der Freizügigkeit, den Umweltvorschriften und den staatlichen Beihilfen noch nicht viel weiter gekommen.

Vor allem im Agrarbereich verläuft die Übernahme des Acquis ziemlich schleppend. "Aktuelle Probleme ergaben sich auch im Rahmen der Aushandlung der bilateralen Abkommen im Agrarbereich, wo Polen als einziges MOEL-Land mangels Zugeständnisse noch keinen Abschluss vorweisen kann und die Verhandlungen kurzfristig sogar ad acta gelegt wurden", so Müllauer. Wichtige Schritte wurden im Bereich der Boden-und Verwaltungsreform erzielt, und bei der Verwaltung des öffentlichen Auftragswesen.

Polen hat die kurzfristigen Prioritäten der Beitrittspartnerschaft wie Umstrukturierung bestimmter Industriezweige, Justiz und Inneres teilweise in Angriff genommen, doch müssen diese Bereiche noch umfassender behandelt werden. Weiters bleiben die prioritären Ziele im Landwirtschafts-, Umwelt,- und Verwaltungssektor weitgehend unerreicht.

Bei der Wirschaftsentwicklung rangiert Polen mit Ungarn und Slowenien weiterhin unter den europäischen Ländern mit dem höchsten Wachstum. Der seit 1993 anhaltende wirtschaftliche Aufschwung setzte sich auch in der ersten Jahreshälfte 2000 mit etwa 6 Prozent fort.

"Auch der Außenhandel mit Österreich entwickelt sich gut. Nach einem 6-prozentigen Wachstum der österreichischen Exporte nach Polen 1999 auf über 13 Mrd Schilling, stiegen diese in den ersten fünf Monaten 2000 erneut um beachtliche 19,4 Prozent an", berichtet Müllauer. Die Importe erreichten 1999 einen Wert von 8,2 Mrd Schilling und stiegen heuer bislang ebenfalls um rund 20 Prozent an.

Exportiert werden von Österreich in erster Linie Maschinen und Fahrzeuge mit einem Anteil von 41 Prozent, gefolgt von bearbeiteten Waren - vor allem Papier und Pappe - mit 28 Prozent und chemischen Produkten (14 Prozent).

"Der EU-Beitritt Österreichs hat sich auf die polnisch-österreichischen Handelsbeziehungen generell positiv ausgewirkt, auch wenn die Marktanteile etwas sinken und derzeit etwa bei 2 Prozent liegen", erklärt Handelsdelegierter Müllauer.

ZUSATZINFORMATION: Interviews mit österreichischen Firmen, die am polnischen Markt aktiv sind und über ihre praktischen Geschäftserfahrungen in Polen berichten, finden sie heute im Internet auf der Homepage der Wirtschaftskammer Österreich http://wko.at Morgen endet die EU-Erweiterungsserie der Wirtschaftskammer Österreich mit einem Bericht über Norwegen. (Ne)

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