AK-Test: Noch immer Versteckspiel am Bauernmarkt

Kennzeichnung der Stände besser, aber nicht zufrieden stellend

Wien (AK) - Noch immer nicht zufrieden stellend, aber wenigstens besser als vorigen Herbst werden jetzt die KonsumentInnen auf den Wiener Bauernmärkten informiert, ob sie wirklich bei einem Bauern einkaufen - oder doch bei einem Marktfahrer. Das ergab ein Nach-Test der AK Konsumentenschützer: Vorigen Herbst fanden sie nur bei etwas mehr als der Hälfte der Stände das vorgeschriebene Schild mit Name, Adresse und Geschäftsart des Standlers. Jetzt haben zwei Drittel ihren Stand vorschriftsgemäß beschildert - wobei allerdings noch an keinem Stand das neue Gütesiegel für bäuerliche Direktvermarkter zu finden war. Damit endlich Schluss ist mit dem Versteckspiel am Bauernmarkt, fordern die AK Konsumentenschützer: Auf den Bauernmärkten sollen Marktfahrer ihre Stände nur noch in einem eigenen Revier aufstellen dürfen - und das Marktamt soll die Beschilderung stärker kontrollieren. ****

Wer am Bauernmarkt ein Standl hat, muss noch lange kein Bauer sein. Auch Marktfahrer dürfen hier Obst, Speck oder Gemüse verkaufen - wobei ihre Ware durchaus aus landwirtschaftlicher Massenproduktion stammen darf. Deshalb haben die AK Konsumentenschützer vorigen Herbst zum ersten Mal überprüft, ob die KonsumentInnen auf den Wiener Bauernmärkten korrekt informiert werden, wer da wirklich ein Bauer ist - und nach dem seinerzeit alarmierenden Ergebnis jetzt erste Verbesserungen erreicht. Zufrieden sind die AK Konsumentenschützer nach einem Nach-Test im Juli und im August 2000 allerdings noch nicht.

Erst zwei Drittel (66 Prozent) der 276 untersuchten Standln auf 13 Wiener Bauernmärkten (den so genannten Landparteienplätzen) sind vorschriftsmäßig mit Name, Adresse und Geschäftsart beschildert -nach nur etwas mehr als der Hälfte (57,3 Prozent) im Herbst 1999. Erst auf zwei von den 13 Märkten sind die Standln mit einem einheitlichen Schild vorbildlich gekennzeichnet: am Naschmarkt und am Kutschkermarkt. Und noch nirgends konnten die AK Konsumentenschützer das neue Gütesiegel der Landwirtschaftskammer für Direktvermarkter finden. Es würde garantieren, dass der Bauer freiwillig besondere Regeln für Produktqualität, Hygiene und Vermarktung einhält.

Damit das Versteckspiel am Bauernmarkt nicht ewig weitergeht, fordern die AK Konsumentenschützer, dass das Marktamt die Beschilderung stärker kontrolliert. Außerdem sollen Marktfahrer auf den Bauernmärkten ein eigenes Revier bekommen - so könnten dann KonsumentInnen von vornherein erkennen, dass sie jetzt wirklich bei den Bauern sind.

Wer ist wer - die Testergebnisse im Detail:

Marktplatz Angabe Angabe keine Angabe

vollst. unvollst.*
1999 2000 1999 2000 1999 2000

Karmelitermarkt 52,0% 67,7% 0,0%% 0,0% 48,0% 32,2% Naschmarkt 65,0% 90,9% 7,5% 3,0% 27,5% 6,0% Yppenplatz 48,0% 66,0% 8,0% 11,3% 44,0% 22,6% Hannovermarkt 57,1% 71,4% 7,1% 0,0% 35,7% 28,6% Schlingermarkt 54,2% 61,5% 4,1% 7,7% 41,6% 30,8% Kutschkermarkt 26,7% 81,8% 20,0% 0,0% 53,3% 18,2% Freyung-Biomarkt 89,3% 90,9% 0,0% 0,0% 10,7% 9,1% Mariah’er Platzl 42,8% 20,0% 14,3% 40,0% 42,8% 40,0% Elisabeth-Platz 75,0% 100,0% 25,0% 0,0% 0,0% 0,0% Viktor-Adler-M. 57,5% 59,6% 10,0% 4,6% 32,5% 36,2% Meiselmarkt** - 57,1% - 14,3% - 28,6% Meidlinger Markt** - 21,4% - 21,4% - 57,1% Rochusmarkt** - 60,0% - 6,7% - 33,3% --------------------------------------------------------------
alle Märkte 57,3% 66,0% 7,1% 6,9% 35,5% 27,2%

*) nur Name, Adresse
**) neu im Test

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