"Neues Volksblatt" Kommentar: "Grotesken" (Von Christian Buchar)

Ausgabe vom 31. August 2000

Linz (OTS) - Die Sache sei erledigt, verkündet der eine FP-Politiker. Der Nächste legt dafür gleich eine Schaufel nach: Busek existiere nicht mehr, allfällige Unterstützungen für dessen Institut für den Donauraum müssten gestrichen werden. Dann wird wiederum versichert, dass es Busek doch gar nicht wert wäre, in der Koalition über ihn zu streiten. Die FPÖ macht in der aus Kärnten in die Bundesregierung getragenen Posse um den EU-Regierungsbeauftragten eine tragisch-komische Figur _ ein Ausdruck heftigster Flügelkämpfe zwischen den "Regierungsbereiten" und den lautstarken Vertretern der FPÖ-Alt.

Dazu kommt eine nicht zu unterschätzende psychologische Komponente: Manche (samt ihren Vasallen) vertragen es eben nicht, wenn plötzlich andere das Sagen haben und nicht gewillt sind, als Marionette an Fäden aus dem Süden die Vizekanzlerin zu mimen. Und mimosenhafte Wehleidigkeit war auch schon immer ein Zeichen vor allem jener, die es gewohnt sind, selbst kräftig auszuteilen. FP-Chefin Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer steht in dieser Situation vor einer besonderen Bewährungsprobe. Es liegt an ihr, mit einem Ende der Debatte in ihrer Partei ihre FP-Führungsrolle und damit Regierungsfähigkeit nachdrücklich zu untermauern. Partei- Grotesken haben da keinen Platz.

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