"Kleine Zeitung" Kommentar: "Halbierungen" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 31.8.2000

Graz (OTS) - Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter:
Gelassen bilanzierte die Neue Zürcher Zeitung den Machtkampf zwischen ÖVP und FPÖ um Erhard Busek. Das derbe Gezeter nur eine flüchtige Episode? Mitnichten. Der Rauch über der politischen Arena wird so rasch nicht abziehen. Das Bellen hält an, die Karawane stockt.

Formell hat sich die ÖVP durchgesetzt. Nur: um welchen Preis? Busek bleibt, aber liegt in Ketten.Tagelang hat ihn die ÖVP in Alpbach massiert.Jetzt ist der Heißsporn zahm wie ein Lamm. Das mag klug sein, aber welches Signal wird da ausgesendet? Wie viel muss in diesem Bündnis geschwiegen werden, um es zu wahren? Und: Wie viel hat Wolfgang Schüssel, der vorgebliche Haider-Dompteur, schon geschwiegen aus Rücksicht und Nachsicht und Vorsicht?

Die FPÖ, ganz die alte, kann zufrieden sein. Sie muss nicht schweigen. Sie hat das Exklusivrecht auf Lautstärke und hat erreicht, was sie wollte: Das Feindbild ist ramponiert und die eigene, entwöhnte Klientel kriegt endlich wieder die Hämekost aus früheren Tagen. Das Kläffen der Hunde ist ein Salut an sie. Sie soll es bei der steirischen Wahl der Partei danken. Sonst passiert gar, dass die am Ende selbst "halbiert herumwandert". ****

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