RFW: Reformpapier des Wirtschaftsbundes läßt viele Fragen offen

Krenn: ÖW-General erst nach umfassender Strukturreform bestellen - Aufwertung des Meistertitels anstatt Abschaffung

Wien, 30-08-2000 (OTS) "Die Wiege der Wirtschaftskammerreform war und ist nicht die jüngste Klausur des ÖVP-Wirtschaftsbundes in Murau," betonte heute der Bundesobmann des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender, NAbg. Max Hofmann anläßlich der heutigen RFW-Pressekonferenz in Wien. Das Reformpapier des Wirtschaftsbundes decke sich zu 90 Prozent mit den langjährigen Forderungen der Freiheitlichen Wirtschaftstreibenden.****

Darüber hinaus müsse über die einzelnen Reformpunkte noch im Detail gesprochen werden. Das WB-Papier beschränke sich lediglich auf das Auflisten von Schlagworten. Viele Fragen im internen Verwaltungsbereich der Kammer seien noch unbeantwortet. Offen sei auch die Frage der Beteiligungen an der Nationalbank sowie der Immobilienbesitz der Kammerorganisation.

Eine breite Zustimmung des Wirtschaftsbundes zu den langjährigen RFW-Forderungen sieht der Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich, Bgm. Matthias Krenn. "Wir lagen mit unserer Forderungen nach einer Senkung der Mitgliedsbeiträge von bis zu 40 Prozent immer richtig." Es müsse insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe zu einer spürbaren Entlastungen kommen.

Bei den Dienstleistungen der Kammer dürfe es künftig keine Konkurrenzierung mit privaten Anbietern kommen, vor allem im Beratungsbereich. "Da muß vieles ausgelagert werden, die Wirtschaftskammer darf der Privatwirtschaft keine Aufträge wegnehmen," so Krenn.

Änderungen verlangten Krenn und Hofmann heute auch hinsichtlich der Ausschreibung der Wirtschaftskammerpublikationen. Es müsse neutral und nicht auf einen einzigen Anbieter hin ausgeschrieben werden. Der Mißstand, daß der WB-Wirtschaftsverlag zwölf Jahre lang ohne Ausschreibung Aufträge erhalten habe, müsse beseitigt werden.

Keine Zustimmung des RFW werde es für den Vorschlag von Wirtschaftskammerpräsident Leitl geben, das Kammerpräsidium von bisher sechs (Präsident + 5 Vizepräsidenten) auf 21 Mitglieder aufzustocken. "Das widerspricht jeglicher moderner Managementmethode und würde einen neuen unbeweglichen Apparat schaffen", betonte Krenn.

Österreich-Häuser
Neben der Einsparung der Außenhandelsstellen in den EU-Staaten mit Ausnahme von Berlin und Brüssel bezeichnete WKÖ-Vizepräsident Krenn die Zusammenlegung aller wesentlichen Leistungsträger in Form von Österreich-Häusern für die effizienteste Lösung. "Nach französischem Modell würde das eine gemeinsame Auslandsvertretung von Österreich Werbung, Außenhandelsstellen sowie Firmen, welche die Marke Österreich repräsentieren, bedeuten."

Darüber hinaus verlangt Krenn die Ausgliederung der Außenhandelsstellen aus der Wirtschaftskammerorganisation als eigene Kostenstelle mit leistungsbezogener Verrechnung der in Anspruch genommenen Leistungen. "In den Außenhandelsdelegationen muß endlich der Leistungsgedanke Einzug halten. Das bedeutet Selbstfinanzierung und Leistungsnachweis der Mitarbeiter."

Umfassende Strukturreformen forderte Krenn bei der Österreich Werbung. Der operative Bereich müsse in eine GesmbH. zusammengefaßt werden. Die "reine Markenpflege könne weiter durch den Verein ÖW weiterbetrieben werden. Erst wenn das "Korsett-ÖW" klar festgelegt sei, könne ein neuer General bestellt werden, so Krenn.

Meistertitel
Zur aktuellen Diskussion um den Meistertitel erneuerten RFW-Bundesobmann Hofmann und Vizepräsident Krenn die RFW-Forderung nach einer Aufwertung des Meisterbriefes in Form einer gesellschaftlichen Gleichstellung mit der Matura und einer Zugangsberechtigung zu Fachhochschulen. "Man wird lediglich darüber nachdenken müssen, in welchen Gewerben man beim Gewerbezugang auf die Meisterprüfung verzichten kann. "Der Meistertitel als Qualitätsmerkmal muß jedoch unangetastet bleiben."

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