US-Restitutionsanwalt Schoenberg nennt Gehrer Holocaust-Leugnerin - Ministerin verweigert Rückgabe von Klimt-Gemälden - Sichrovsky: "Rückgabe bei Verurteilung unerlässlich."

Vorausmeldung zu NEWS 35/00 vom 31. August 2000

Wien (OTS) - Die Causa um die Rückgabe von sechs im Besitz der Österreichischen Galerie (Oberes Belvedere) befindlichen Gemälden Gustav Klimts an Maria Altmann, Nachfahrin von Adele Bloch-Bauer, eskaliert. Das berichtet das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe.

Altmann-Anwalt Randol Schonberg, Enkel Arnold Schönbergs, übermittelte NEWS die Klageschrift vom 22. 8. an das Gericht von Los Angeles. Darin wird die Rückgabe der Bilder oder die Zahlung von 2,4 Milliarden Schilling verlangt. Gegen Ministerin Gehrer wird in der Klageschrift u. a. der Vorwurf der Holocaust-Leugnung erhoben:
"Gehrers Partei war im Oktober 1999 mit schwierigen Wahlen konfrontiert, als sie Dritte hinter der rechtsradikalen FPÖ wurde, geführt von Jörg Haider, der bekanntlich Nazi-SS-Führer gelobt und Nazi-Todeslager als "Straflager" bezeichnet hat. Indem die Forderungen der Bloch-Bauer Erben nach den Klimt-Bildern zurückgewiesen wurden, schloss sich Gehrer jener Holocaust-Leugnung und jenem Revisionismus an, die in Österreich seit dem Krieg in bestimmten Kreisen geherrscht haben. Es ist keine Überraschung, dass sie für ihre Loyalität belohnt und wieder in Österreichs neue Rechtskoalitionsregierungs berufen wurde."

Gehrer zu den Vorwürfen: "Die interessieren mich nicht." An die Rückgabe der Bilder denkt sie nicht. "Ich kann nicht einfach das Vermögen der Steuerzahler zurückgeben. Für mich ist die Rechtslage eindeutig - die Bilder gehören der Österreichische Galerie."

Anders FP-Mann Peter Sichrovsky: "Die vergangenen Regierungen haben das Thema totgeschwiegen, bis die Summen immer höher wurden. Da das Land keine 2,4 Milliarden hat, wird man die Bilder im Fall eines entsprechenden Urteils zurückgeben müssen."

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