VP-Strobl für Privatisierung der Lehrerfortbildung

Wien (ÖVP-Klub) Der Bildungssprecher der Wiener Volkspartei, LAbg. Walter STROBL, ortet jede Menge Einsparungspotenzial bei der staatlich organisierten Lehrerfortbildung, den Pädagogischen Instituten (PI). "Derzeit ist es so, dass die Lehrer, verteilt über das ganze Schuljahr, Kurse und Seminare besuchen müssen, damit die PI´s ausgelastet sind", erklärt STROBL. "Das geht natürlich auch immer wieder nur mit Unterrichtsentfall, der nach den neuen Richtlinien "gegengerechnet werden muss" - Lehrer erhalten diese entfallenden Stunden nicht bezahlt bzw. müssen sie wieder einbringen."***

STROBL vertritt die Auffassung, dass ein Großteil der Weiterqualifizierungsangebote mit staatlichem Abschluss, von anderen, bereits bestehenden Institutionen wie den Pädagogischen Akademien oder den Universitäten problemlos und auf Grund der vorhandenen Personalstruktur weit kostengünstiger angeboten werden können. "Man sollte vorhandene Synergien nutzen, das könnte dem Staat pro Institut zwischen 20 und 30 Millionen Schilling Einsparungen bringen", rechnet der VP-Politiker. "Im Zuge der Weiterentwicklung der Pädagogischen Akademien zu Pädagogischen Hochschulen muss das sowieso ernsthaft überlegt werden", betonte STROBL.

Alle anderen Angebote zur Persönlichkeitsbildung oder zur persönlichen Weiterbildung oder Vertiefung sollten am privaten Markt angeboten und von den Lehrern selbst bezahlt werden.
Mit dieser Änderung befürchtet STROBL keinen Qualitätsverlust. "Schon jetzt werden an vielen Schulen moderne Formen der Lehrerfortbildung wie z.B. SCHILF (Schulinterne Lehrerfortbildung) praktiziert. Darüber hinaus wird sich der freie Markt automatisch nach Qualitätsmerkmalen orientieren."

In speziellen Bereichen könnte der Staat - so wie bei Privatschulen auch - nach Qualitätsstandards Berechtigungszertifikate o.ä. zuerkennen. Den Lehrern sollten für diese neue Form der privaten Angebote eine steuerlicher Anreiz durch spezielle Absetzbeträge gewährt werden. "Ähnlich wie bei anderen Berufsgruppen - z.B. den Journalisten sollte in einem Ausmaß von bis zu 30.000.- pro Jahr Fortbildungskosten geltend gemacht werden können", schlägt der VP-Bildungssprecher vor. Neben den klassischen seminaristischen Angeboten sollten auch Bücher und moderne elektronische Medien, Studienreisen etc. absetzbar sein.

Einer von Stadtschulratspräsident Scholz vorgeschlagenen generellen verpflichtenden Lehrerfortbildung kann STROBL nur dann etwas abgewinnen, wenn dies mit zusätzlichen Leistungsanreizen verbunden ist. Auch als Maßnahme im Schulaufsichtsbereich könnte eine Empfehlung für eine spezielle Fortbildung im Rahmen einer vorgegebenen Zeit, verbindlich sein.
STROBL hielt aber auch fest, dass schon jetzt die Bereitschaft zur Fortbildung bei den Lehrern insgesamt sehr groß sei, nach seinen Schätzungen besuchen mehr als 75% aller Lehrer laufend Fortbildungsveranstaltungen bzw. bilden sie sich selbst durch vertiefende Studien, Studienreisen etc. fort.

Abschließend nahm STROBL noch zu der von Scholz aufgeworfenen Überlegung der Abschaffung der Nachprüfung Stellung. Er, STROBL, könne dieser Idee nichts abgewinnen, sie helfe niemanden, sei keine pädagogische Innovation und darüber hinaus eben eine weitere Chance für betroffene Schüler, die lange Ferienzeit - natürlich mit zusätzlichem Lernaufwand - zu nutzen. Es liege jetzt schon im freien Ermessen der Schüler oder der Eltern, ob sie diese Chance wahrnehmen wollen oder nicht und wie sie das gestalten. "Verbote sind keine Verbesserung der ohnehin nicht angenehmen Situation", so STROBL abschließend.

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