Glawischnig: Temelin erfüllt EU-Sicherheitsanforderungen nicht

Neue deutsche Studie bestätigt Sicherheitsdefizite - Prag muß Inbetriebnahme des AKW zurückstellen

Wien (OTS) - Wichtige sicherheitstechnische Fragen beim Atomkraftwerk Temelin sind weiterhin offen und ungeklärt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der deutschen Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS), fertiggestellt im August 2000 im Auftrag des deutschen Umweltministeriums und der Bayrischen Staatsregierung. Das den Grünen seit wenigen Stunden vorliegende Dokument untersucht insgesamt sieben bedeutsame sicherheitstechnische Fragen. Drei für die Sicherheit des Atomkraftwerkes äußerst bedeutsame Fragen bleiben dabei laut GRS-Studie ungeklärt und damit ein Sicherheitsrisiko:
1. "Zuverlässigkeit der Frischdampf-Sicherheits- und Abblase-Ventile" 2. die "sicherheitstechnische Bedeutung erweiterter Bruchannahmen für die Frischdampf- und Speisewasserleitungen"
3. die "Bedeutung der Entladedauer der Batteriekapazität insbesondere für die Flexibilität von Notfallschutzmaßnahmen", heißt es in der Studie.

"Der neue Bericht belegt einmal mehr die Gefährlichkeit des tschechischen Atomkraftwerks. Temelin darf den Probebetrieb daher nicht aufnehmen, solange so gravierende Sicherheitsfragen ungeklärt sind", fordert Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen. Die Abgeordnete verlangt von der österreichischen Bundesregierung eine rasche Kontaktaufnahme mit der deutschen Bundesregierung, um in einer akkordierten Vorgangsweise die tschechische Regierung doch noch zum Umdenken zu bewegen.

In vielen Punkten orten die deutschen Experten außerdem offene Fragen hinsichtlich der Nachweisführung verschiedener von den Temelin-Betreibern laut Papier durchgeführten Sicherheitsmaßnahmen. Insbesondere bei der wichtigen Sicherheitsfrage der "Beherrschbarkeit von kleinen Kühlmittelverlust-Störfällen und von Lecks von der Primär- zur Sekundärseite" bleiben viele Fragen über Art und Umfang von Nachweisen offen. "Wie wird für die Einspeise-Armaturen des Notkühlsystems, die bei Normalbetrieb in Stellung 'geschlossen' verriegelt sind, eine hohe Funktionszuverlässigkeit für das Öffnen auch unter Störfallbedingungen nachgewiesen?", lautet eine der vielen offenen Fragen. Der Expertenbericht thematisiert auch die lückenhafte tschechische Informationspolitik.

Der neue brisante Sicherheitsbericht wird auch Thema bei einem deutsch-tschechischen Expertenmeeting im Rahmen der bilateralen Nuklearabkommen kommenden Montag sein, so Glawischnig.

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