Internet-Banking als Chance für Österreichs Kreditwirtschaft

Syndikus Pichler: Banken haben sehr gute Voraussetzungen für E-Commerce - faire Wettbewerbsbedingungen erforderlich

Wien (PWK726) - Wenn Europa heute im weltweiten E-Wettbewerb aufholt, dann haben die Banken in dieser sich durch die neuen Medien verändernden Wettbewerbssituation besonders gute Voraussetzungen, weil nach wie vor Sicherheit und Vertrauen eine entscheidende Rolle in der Relation zum Kunden spielen.

Herbert Pichler, Syndikus der Bundeskreditsektion in der Wirtschaftskammer Österreich, erklärte beim Bankenseminar in Alpbach:
"Auch im Zeitalter des Electronic Commerce sind Kreditinstitute mit ihren Kernfunktionen Beratung, Abwicklung und Risikomanagement unverzichtbar. Banken werden auch im Gesamtprozess von Electronic Commerce eine zentrale Rolle einnehmen. Durch die enge Bindung des Privatkunden zu seiner Bank über das Girokonto als Drehscheibe der Kundenbeziehung und die Verbindung zu den Geschäftsbanken sind die Banken prädestiniert, sowohl im Zahlungsverkehr als auch bei der Bereitstellung der notwendigen Zertifizierungsinfrastruktur wichtige Partner im Electronic Commerce zu werden und ihre Rolle gegenüber neu in diesen Markt eintretenden branchenfremden Wettbewerbern zu verteidigen. Prinzipiell zeigt sich, dass sich die neuen Medien vor allem für den standardisierten Kundenverkehr und stärker für Veranlagung als für Finanzierung eignen. Bei komplexeren Bankdienstleistungen wird auch in Hinkunft ein entsprechender Vertriebs-Mix notwendig sein". Bereits heute laufen vielfach mehr als 90 Prozent des gesamten Kommerzkundenzahlungsverkehrs über elektronische Medien. Es sei damit zu rechnen, dass sich kurz- bis mittelfristig ähnliches auch im privaten Zahlungsverkehr ergibt.

Pichler: "Für eine erfolgreiche Entwicklung des E-Commerce im Bereich der Kreditwirtschaft bedarf es aber rechtlicher Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, die im EU-Aktionsplan E-Europe 2002 vorgesehene Nutzung der Wachstumspotentiale auch tatsächlich zu erreichen." Diese Bedingungen für den Wettbewerb mit Anbietern in- und außerhalb der EU müssten einerseits Vertrauen und Sicherheit ausreichend berücksichtigen, andererseits dürften aber Überregulierung und Rücktrittsrechte von 14 Tagen bis vier Wochen den Vertrieb von Finanzdienstleistungen auf diesem Wege nicht wesentlich behindern, weil dies zur Angebotseinschränkung und Verteuerung führen würde.

Wesentlich sei auch, so der Syndikus der Bundeskreditsektion, dass die Bereitschaft zur Veränderung und zu Investitionen in diesem Zukunftsbereich durch die Bindung der EDV-Kapazitäten der Banken für andere aufgelastete Arbeiten nicht ständig eingeschränkt wird. Er verwies dabei auf die umfassenden Bemühungen zur reibungslosen Euro-Einführung, auf die Inpflichtnahme der Banken durch den Staat bei der Steuereinhebung (Spekulationsertragssteuer, Kapitalertragssteuer usw.), auf die Erfüllung der umfassenden Meldeflut von Aufsichtsrecht bis Auslandszahlungsverkehr sowie auf neue hohe Aufwendungen durch die neuen Eigenmittelberechnungen nach dem Basler Konzept. Bereits heute seien bis zu 80 Prozent der IT-Kapazitäten als Knappheitsfaktor durch das Erfüllen derartiger Verpflichtungen und Aufgaben blockiert. (RH)

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