Ärztekammer startet Projekt zur Vernetzung aller Ordinationen

Befundübermittlung in Wien zukünftig über Intranet-System -Firewall garantiert absolute Datensicherheit

Wien (OTS) - Zukünftig werden in Wien Patientenbefunde und Krankengeschichten über Datenleitung von einer Ordination zur anderen "wandern". Die technischen Voraussetzungen dafür garantiert DAME (DatenAustausch für Mediziner), ein völlig neuartiges Intranet-System, das heute, Mittwoch, von der Wiener Ärztekammer im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Geplant ist dabei die Vernetzung sämtlicher Arztpraxen in Wien.****

Zusätzlich will die Ärztekammer mit ihrem Gesundheitsdatensystem auch eine Kommunikationsplattform schaffen, die es den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zukünftig ermöglicht, für die eigene Arbeit relevante Forschungsbeiträge von internationalen Datenbanken herunterzuladen und in eine online-Diskussion mit ihren Fachkollegen zu kommen. "Durch dieses Projekt besteht die historische Chance, der Ärzteschaft auf breiter Basis den lang geplanten Einstieg in die elektronische Vernetzung der Medizin zu ermöglichen", betonte dazu der Präsident der Ärztekammer für Wien, Prim. MR Dr. Walter Dorner.

Die Vorteile des Systems: Einerseits sparen Ärztinnen und Ärzte bei der Übermittlung von Befunden und Krankengeschichten viel Zeit. Für den Patienten bringt DAME eine noch schnellere und effizientere Betreuung. Dorner: "Wir vermeiden für den Patienten unangenehme Wartezeiten und Mehrfachbefundungen." Gerade letzteres sei einer der Hauptgründe gewesen, warum die Ärztekammer das Projekt in Angriff genommen hätte. Fehlerquellen bei der Übertragung von Krankengeschichten würden nun "fast unmöglich sein". Damit ist laut Dorner DAME auch "ein wesentlicher Beitrag der Ärztekammer zur verstärkten Qualitätssicherung im niedergelassenen Bereich".

Das System erlaubt es, sämtliche Patientendaten, Ärzteberichte, Laborbefunde, Röntgenbilder et cetera einfach, fehlerfrei und vor allem sicher zu transportieren und weiterzubearbeiten. Die Ordinationssoftware des Arztes übernimmt die ankommenden Befunde und ordnet sie dem Patienten automatisch zu.

"Sensible Gesundheitsdaten werden optimal geschützt"

Initiator des Projekts ist Ärztekammer-Vizepräsident Dir. Dr. Johannes Steinhart. "In Anbetracht der Tatsache, daß in Europa schätzungsweise 50 Millionen Menschen das Internet beanspruchen und das die erwartete Benutzerzahl für das Jahr 2003 bei jenseits von 200 Millionen liegen wird, war es nur logisch, im Gesundheitssystem ein solches spezifisches Netz anzubieten", betonte Steinhart, der besonders auf den Aspekt der Datensicherheit hinweist: "Die Sicherung aller Dienste über die DAME-Plattform erfolgt durch eine spezielle Firewall. Dadurch ist ein auf dem letzten Stand stehender Schutz aller DAME-Einrichtungen gewährleistet." Entsprechende Sicherheitseinrichtungen beim Arzt für die Anwendung von DAME könnten somit entfallen, was eine wesentliche Erleichterung für den Arzt bringe. Steinhart: "Kein Patient muß sich sorgen, daß sensible Gesundheitsdaten an unbefugte Dritte gelangen können."

Zusätzlich gibt es für die identifizierte und gesicherte Datenübertragung noch eine sogenannte "digitale Signatur" sowie eine Verschlüsselung der Daten. Die dabei angewendete Standardtechnologie entspricht sowohl dem neuen Datenschutzgesetz als auch den Richtlinien der STRING-Kommission des Gesundheitsministeriums (MAGDA-LENA).

Der technische Betrieb des Dienstes und die Erbringung der jeweiligen Dienstleistungen erfolgt durch das Softwareunternehmen DATAKOM. Die Kooperation hat sich bereits durch ein Projekt mit der Salzburger und der Oberösterreichischen Ärztekammer bewährt. Durch die bereits vorhandenen Plattformen bietet sich DATAKOM somit auch als Partner für ein österreichweites System an, "um damit den Austausch auch über Landesgrenzen hinweg in entsprechender Sicherheit, Qualität und Geschwindigkeit" (Steinhart) zu gewährleisten.

DAME - Die einzelnen Leistungen

- DAME Kommunikationsnetzwerk

Das Netzwerk ist in Form einer geschlossenen Benutzergruppe organisiert und stellt damit sicher, daß nur berechtigte Personen daran teilnehmen können. Im Gegensatz zu anderen Anbietern handelt es sich hier um eine Intranet- und nicht um eine Internet-Lösung, wodurch eine höhere Datensicherheit gewährleistet wird. Alternativ können auch Spitäler und Labors über Fixverbindungen an das Netzwerk angeschlossen werden.

- DAME Infotainment Plattform

Die Infotainment Plattform dient den Ärztinnen und Ärzten zur schnellen Informationsgewinnung und -weitergabe. Einerseits kann die Ärztekammer über DAME schnell und konzentriert Informationen an ihre Mitglieder weitergeben. Die zweite Komponente der Infotainment Plattform umfaßt die Bereitstellung medizinischer Informationen zu verschiedenen Themenkreisen. Die an das DAME-Netz angebundenen Ärztinnen und Ärzte haben die Möglichkeit, aktuelle Informationen aus den Bereichen Medizin, Wirtschaft, Politik sowie Neuigkeiten über Fortbildung und freizeitrelevante Themen abzurufen.

- DAME Befunddatenaustausch

Durch den DAME Befunddatenaustausch können Befunde an alle vernetzten Ärztinnen und Ärzte gesandt werden. Die elektronische Übermittlung der Patientenbefunde ermöglicht den Medizinern eine enorme Zeitersparnis und weniger administrativen Arbeitsaufwand. Die Daten können entweder automatisch gesendet oder empfangen sowie im Einzelfall manuell vom Arzt verschickt werden. Einkommende Befunde werden automatisch den entsprechenden Patienten zugeordnet.

Die Installation von DAME wird durch DATAKOM-Personal direkt beim Arzt durchgeführt. Angestrebt wird ein möglichst hoher Vernetzungsgrad der Ärzteschaft. Steinhart rechnet bis Jahresende mit einer Beteiligungsanzahl von 500 Ärztinnen und Ärzten. "Ich bin aber zuversichtlich, daß wir innerhalb der ersten zwei Jahre bereits 2000 DAME-Teilnehmer in Wien haben werden", so Steinhart.

Vorerst ist DAME auf die Ordinationen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte beschränkt. Das soll aber nur ein erster Schritt sein. Ärztekammerpräsident Dorner: "Das nächste wird sein, eine Anbindung an alle Wiener Spitäler zu installieren. Damit ist die Datenvernetzung dann komplett." (bb/hpp)

(Forts.)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Tel.: (01) 515 01/223 DW,
0664/10 14 222
Fax: (01) 515 01/289 DW
e-mail: hpp@aekwien.or.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW/OTS