TBT auch in Luftmatratzen und Schwimmflügeln

Hormongift außer Kontrolle - Bundesregierung muss handeln

Wien/Hamburg (OTS) - Untersuchungen von Greenpeace ergaben, dass acht in Deutschland erhältliche aufblasbare Badeartikel aus Weich-PVC die giftigen Organozinnverbindungen TBT (Tributylzinn) und DBT (Dibutylzinn) enthalten. Die untersuchten Schwimmflügel, Wasserbälle und Luftmatratzen enthielten Konzentrationen von 0,9 bis 26,2 Mikrogramm TBT pro Kilogramm sowie bis zu 1470 Mikrogramm DBT. "Wir fordern die österreichische Bundesregierung auf, auch in Österreich verkaufte Badeartikel zu untersuchen, ob darin Hormongift enthalten ist", fordert Greenpeace-Sprecher Franko Petri.

Zwar sind bei diesen Konzentrationen unmittelbare Gesundheitsschäden eher unwahrscheinlich, langfristige Schäden für die Gesundheit sind jedoch nicht auszuschließen. TBT kann beim Menschen zu Schäden des Immun- und Hormonsystems führen. Die Giftstoffe können aus den Badeartikeln austreten und über die Haut vom Menschen aufgenommen werden. DBT, mit dem die Badeartikel besonders hoch belastet sind, wird beim Menschen als ähnlich giftig wie TBT eingestuft.

"Das Chemiegift TBT ist außer Kontrolle", sagt Manfred Krautter, Chemieexperte bei Greenpeace Deutschland: "Wir gehen davon aus, dass es in Tausenden Produkten enthalten ist. Grundsätzlich gehört TBT nicht in Alltagsgegenstände. Die Chemieindustrie will auf diese Gifte nicht freiwillig verzichten. Sie wird erst reagieren, wenn die deutsche Bundesregierung TBT und andere Organozinnverbindungen vollständig verbietet."

Alternativen zu TBT sind längst verfügbar. Der Skandal um TBT belastete Windeln hat gezeigt, wie schnell sich die Industrie umstellen kann: Greenpeace hatte im Mai diesen Jahres TBT in Babywindeln verschiedener Marken gefunden und die Ergebnisse veröffentlicht. Vier Wochen später ergaben neue Untersuchungen, dass mit einer Ausnahme alle Produkte der gleichen Marke das Hormongift nicht mehr enthielten.

TBT ist laut der Weltgesundheitsorganisation einer der giftigsten Stoffe, den der Mensch heute bewusst in die Umwelt freisetzt. Greenpeace fordert von der österreichischen Bundesregierung, ein sofortiges EU-weites Verbot von TBT und anderen Organozinnverbindungen. "Hier geht es um die Gesundheit unserer Kinder. Gesundheitsministerin Sickl muss sofort entsprechende Untersuchungen anordnen", schloss Petri.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: (01) 545 45 80

Greenpeace

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP/OTS