Verband Wiener Volksbildung gegen Sparmaßnahmen

LAbg. Dr. Michael Ludwig: Gegen Kaputtsparen von Projekten im zweiten Bildungsweg

Wien, (OTS) Sparmaßnahmen von Unterrichtsministerin Dr. Elisabeth Gehrer könnten das "Aus" für Hauptschulabschluss und andere bildungspolitische Kooperationsprojekte bedeuten. Im August 2000 landete der Brief im Verband Wiener Volksbildung: Statt der geplanten 5,8 Millionen Schilling werden für das Jahr 2000 (rückwirkend ab 1.1.) nur mehr 2 Millionen Schilling an Personal-und Sachaufwand zugeschossen das ist weniger als die Hälfte. "Diese Mitteilung könnte das "Aus" für Kurse aus dem zweiten Bildungsweg bedeuten", meint LAbg. Dr. Michael Ludwig,
Vorsitzender des Verbandes Wiener Volksbildung.

"Für September haben wir bereits 500 Anmeldungen von Jugendlichen für den Hauptschulabschluss. Diese bildungswilligen jungen Menschen benötigen die Lehrgänge, um am Arbeitsmarkt bestehen zu können", meint Ludwig weiter. Die Sparmaßnahmen betreffen auch 22 der 34 geförderten Stellen von ProjektbetreuerInnen. Das Kursangebot im zweiten Bildungsweg
müsste aufgrund dieser Sparmaßnahmen drastisch eingeschränkt werden.

Die Wiener Volkshochschulen bieten mit ihren 15.000 Kursen
eine breite Palette an: Über 70 Sprachen, EDV und Internet, Persönlichkeitsbildung, Gesundheit, Kreativität und vieles mehr steht auf dem Programm der Volkshochschulen. Dabei wird besonders auf die einzelnen Bedürfnisse der KursteilnehmerInnen
eingegangen. Kurse, in denen steuerrechtliche und versicherungstechnische Fragen behandelt werden, sind in der aktuellen Sparsituation vor allem gefragt.

Die Sparmaßnahmen würden verhindern, dass viele Erwachsene und junge Menschen ihre Schulabschlüsse nachholen können. Dadurch würde der Wirtschaftsstandort Wien beeinträchtigt. Neben den Lehrgängen zum Hauptschulabschluss seien auch Kooperationsprojekte aus den Bereichen politische Bildung und Integration von Minderheiten und benachteiligten Gruppen gefährdet. "Diese
Projekte leisten einen wichtigen Beitrag zum sozialen Frieden in unserer Stadt", erklärt Dr. Ludwig.

Laut einer aktuellen OECD-Studie steht Österreich an vorletzter Stelle, was die Bundesförderung im Bereich der Erwachsenenbildung betrifft. Nur Portugal gibt weniger Geld für diesen Bereich aus. Um in das Mittelfeld der europäischen Länder zu gelangen, meldet die OECD einen Finanzbedarf von 15 Milliarden Schilling an. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur gibt heuer für die gesamte Erwachsenenbildung (vom Bildungswerk bis zu den Volkshochschulen) 111 Millionen Schilling aus, das sind um 15 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich:
der jährliche Finanzbedarf einer Handelsakademie für ca. 300 SchülerInnen beträgt 130 Millionen Schilling. (Schluss) wvb

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Verband Wiener Volksbildung
Michaela Pedarnig
Tel.: 89 174/19
e-mail: michaela-pedarnig@vwv.at

PID-Rathauskorrespondenz:

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK