"profil": Mentha: "Wiener Theaterpolitik geht mir auf die Nerven"

Volksopern-Direktor Mentha geht auf Distanz zu Vorgänger Bachler - will dem Haus neue Identität verleihen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" zieht Volksopern-Direktor Dominique Mentha Bilanz über seine erste Spielzeit: "Ich fühle mich nicht ungerecht behandelt, weiß aber nicht, ob wir immer klug behandelt wurden." Erfolge seiner ersten Saison seien seiner Meinung nach mit weniger Aufmerksamkeit bedacht worden. Mentha: "Es mag gerechtfertigte Kritik an meiner Arbeit gegeben haben, aber auch positive Reaktionen, die nicht im selben Maße zur Kenntnis genommen wurden. Man hat es oft schwer in Wien", so der Volksoperndirektor.

Vor allem die "Wiener Theaterpolitik" geht Mentha "auf die Nerven". Er würde gerne "entspannter arbeiten", aber das sei in Wien nicht möglich. Mentha im "profil"-Interview: "Hier wird alles so unendlich ernst genommen und vom Publikum, von den Medien und von den Kollegen sehr stark aufgeblasen." Die Liebe zur Oper sei in Österreich "verbrämt mit einer beträchtlichen Brutalität und einem starken Konservativismus".

Mentha betont im "profil"-Interview, dass seine erste Spielzeit progressiver gewesen sei als wahrgenommen. Mit der Bestellung von Thomas Hengelbrock zum musikalischen Leiter sei auch "das ganz große Problem der letzten Spielzeit gelöst", so Mentha. Im Frühjahr hatte der Betriebsrat Beschwerde über die qualitativ mangelhaften Dirigenten bei Mentha eingelegt. "Jetzt haben wir einen Musikdirektor", so Mentha, "der sich um das Haus kümmern wird."

Auf Distanz geht Mentha zu seinem Vorgänger Klaus Bachler, der das Haus für ein überregionales Publikum interessant machte, indem er berühmte Regisseure verpflichtete. "Das interessiert mich nicht, und ich finde, dass das für das Haus nicht das richtige Konzept ist", sagt Mentha, der der Volksoper eine Identität verleihen will, "die von innen kommt."

Zufrieden ist Mentha nach der ersten Spielzeit noch nicht. "Wenn ich nach einem Jahr zufrieden wäre, hätte ich mir nicht viel vorgenommen", so der Volksopern-Direktor zu "profil". Bei den Budgetverhandlungen im Rahmen der Ausgliederung sei er an seine "Schmerzgrenze" gegangen. "Wir haben einen Kompromiss erreicht. Das schließt keineswegs aus, dass auch in Zukunft über dieses Problem verhandelt wird."

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