"profil": RBB-Bank-Kunden durch Fehlspekulationen 200 Mio. geschädigt

Bank will für Schaden aufkommen Ð Justiz ermittelt gegen Ex-Vorstandsvorsitzenden Prentner Ð Vorstand Pecik verlässt die Bank

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, haben Mitarbeiter der Kärntner RBB Bank AG in der Filiale Salzburg durch waghalsige und fehlgeschlagene Spekulationen mit Kundengeldern einen Schaden in der Höhe von zumindest 200 Mio. S. verursacht. Das entspricht knapp einem Viertel des in Salzburg verwalteten Kundenvermögens.

Laut "profil" hätten die Inhaber der Wertpapierdepots davon lange Zeit nichts gemerkt. Um die Verluste zu kaschieren, sollen RBB-Mitarbeiter Saldenbestätigungen und Kontoauszüge über Monate hindurch manipuliert haben. Der im Juli als Troubleshooter geholte RBB-Vorstand Christian Jauk: "Ich kann versichern, dass wir den Schaden voll abdecken werden. Unsere Kunden haben nichts zu befürchten."

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) prüft seit mittlerweile zwei Wochen zusammen mit Experten Wirtschaftsprüfungskanzlei KPMG und der Bundeswertpapieraufsicht die Bücher der Kärntner Bank (Bilanzsumme Ende 1999: 5,5 Mrd. S.) "Wir prüfen bestimmte Wertpapiergeschäfte", bestätigt OeNB-Vizegouverneurin Gertrude Tumpel-Gugerell gegenüber "profil". Aufgrund der Probleme in Salzburg wird die RBB für 2000 bestenfalls ein Nullergebnis erreichen. Friedrich Fall, Generaldirektor des 95-Prozent-Aktionärs Grazer Wechselseitige Versicherung, versucht zu beruhigen: "Die Bank hat Eigemittel von 1,2 Mrd., das ist weit mehr als der Gesetzgeber vorschreibt." Zu den Vorgängen in Salzburg meint Fall lediglich:
"Der Aufsichtsrat war nicht informiert."

Die Bankenaufsicht im Finanzministerium hat unterdessen eine Sachverhaltsdarstellung über den im Juli augeschiedenen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Hans-Dieter Prentner an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt geschickt. Inhalt: Verletzung der Sorgfaltspflichten und Kompetenzüberschreitungen. Prentner soll als Zeichungsberechtigter einer ausländischen Stiftung ebenfalls riskante Wertpapiergeschäfte getätigt haben und dabei weit mehr als das Stiftungsvermögen eingesetzt und verloren haben. Schaden für die Bank: 50 Mio. S. Prentner gegenüber "profil": "Ich habe meine Kompetenzen überschritten. Aber ich stehe für den Schaden voll ein."

Mit den Geschäften in Salzburg wolle er, Prentner, jedoch "nichts zu tun" haben.

In der RBB Bank kündigt sich unterdessen ein weiterer Abschied an:
Ronny Pecik, der im Vorstand erst im April das Wertpapiergeschäft übernommen hatte, verlässt die Bank mit 31. August. Pecik zu "profil": "Ich habe in diesem Haus keine Perspektive mehr gesehen."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502senden OTS mit Web"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS