FORMAT: Ankläger fordert für Ex-Bank Burgenland-Chef zehn Jahre Haft

FORMAT zitiert aus der Anklageschrift gegen Ernst Gassner, dem Untreue und Krida vorgeworfen wird.

Wien (OTS) - Die Anklageschrift gegen Ex-Bank Burgenland-Chef
Ernst Gassner liegt bereits seit zwei Wochen zur Revidierung bei der Oberstaatsanwaltschaft Wien. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

FORMAT zitiert aus der Anklage von Staatsanwältin Barbara Unger:
"Ernst Gassner ist dringend verdächtig, in einem Zeitraum von 1993 bis Juni 2000 seine Befugnisse als Vorstandsvorsitzender der Bank Burgenland wissentlich mißbraucht zu haben, insbesondere dadurch, daß er den Aufsichtsrat über die Bonitäten und Sicherheiten der Howe-Firmen und überhaupt über die wirtschaftliche Zusammengehörigkeit dieser Firmen wissentlich falsch informierte und zu überhöhten Kreditvergaben veranlasste, wodurch der Bank ein Schaden von rund 2,3 Milliarden Schilling entstand, der gleichzeitig ihre Zahlungsunfähigkeit herbeiführte."

Laut FORMAT hätte es für Ernst Gassner nicht schlimmer kommen können. Die vom Gericht als Sachverständiger bestellte Wiener Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Hamerle & Partner legte mit einer 20köpfigen Mannschaft innerhalb von nicht einmal vier Wochen ein sechsbändiges Gutachten vor. Untersuchungsrichterin Doris Praunias:
!Gutachter und Kriminalabteilung haben hervorragende Arbeit geleistet." Staunt Gassner-Anwalt-Eichenseder: "Diese Schnelligkeit ist in einem Verfahren dieser Größenordnung für mich vollkommen unüblich."

Staatsanwältin Unger begründet die vor zwei Wochen bei der Oberstaatsanwaltschaft in Wien abgelieferte Anklage laut FORMAT: "Der Verdacht gründet sich auf die Erhebungen des Landesgendarmeriekommandos Burgenland, insbesondere die Angaben der Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte der Bank Burgenland, die Feststellungen des Sachverständigen, die Schlußanzeige des Landesgendarmeriekommandos Burgenland und die Einsicht in die beschlagnahmten Unterlagen. Es werden ihm daher das Verbrechen nach § 153 Abs. 1 und 2 StGB und die Vergehen nach §§ 159 Abs. 3 StGB, 255 AG zur Last gelegt Ö Der Beschuldigte ist nicht geständig." Der von der U-Haft gezeichnete Ex-Banker Gassner will noch nicht glauben, was da mit ihm passiert. Er ist in seiner Zelle gerade dabei, die Anklage durch eine 200 Seiten umfassende, handgeschriebene Gegendarstellung zu kontern.

Wie das Magazin weiter berichtet, findet sich in der Begründung für die Verlängerung der U-Haft ein konkreter Hinweis darauf, daß Gassner schon bald angeklagt wird: "Auf Grund der von dem Beschuldigten im Falle einer Verurteilung zu erwartenden Haftstrafe ist zu befürchten, er werde sich dem Verfahren durch Flucht entziehen oder sich verborgen halten, insbesondere weil ein Entwurf der Anklageschrift bereits der Oberstaatsanwaltschaft Wien zur Revidierung vorliegt, sodaß mit Anklageerhebung in Kürze zu rechnen sein wird."

Als weiteres Indiz für die Fluchtgefahr führt das Gericht laut FORMAT Schmiergeldzahlungen der Schlüsselfigur der Affäre, des mittlerweile in Berlin einsitzenden Milliardenbetrügers Alejandro Gualterio Hom-Rusch alias Alexander Walter Thom, an: "Hinzu kommt die Tatsache, daß nach Angaben des Steuerberaters des Herrn Thom, Dr. Herbert Schuster, Schmiergelder in Höhe von zumindest 58 Millionen Schilling von Herrn Thom bezahlt wurden. Es ist aufgrund der Erhebungsergebnisse nicht auszuschließen, daß wenigstens ein Teil dieses Geldes an den Beschuldigten (Gassner, Anm.) ging, welcher der Flucht dienen könnte."

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