Für Inlandspresse - Das WirschaftsBlatt -

"Telekom und Content: Klatschen mit einer Hand" von Arno Maierbrugger

Wien (OTS) - Die Telekom Austria baldowert schon wieder neue Streiche aus. Die nächste Botschaft heisst "Breitband für alle". Möglichst viele Telekom-Kunden sollen an den Segnungen der Lichtwellenleiter-Übertragungen teilhaben können, ganz im Sinne der jet2web-Parole des Hauses. Auf diese Weise sollen Telekom-Kunden dem Ex-Monopol treu bleiben und Investoren zum Investieren angeregt werden. So weit, so gut und so berechtigt. Doch jetzt wird es ernst:
Je mehr man an Daten über eine Leitung übertragen kann, desto entscheidender wird die Frage, was denn das für Daten sein sollen. Speed allein reicht nicht. Content ist das Zauberwort. Denn nur schnell zu sein, ist wie Klatschen mit einer Hand. Die zweite Hand sind die "Content-Lieferanten". Und damit tun sich eine Reihe von Probleme auf.Die Telekom Austria hat sich aus alter Gewohnheit gleich mit einem anderen Ex-Monopol zusammengetan, dem ORF. Der soll in einer Art Entwicklungspartnerschaft das Breitbandnetz der Telekom mit Inhalten füllen. Und wo sich zwei marktbeherrschende Unternehmen zusammentun, sinkt, wie wir wissen, normalerweise die fruchtbringende Vielfalt des Marktes.Die Beteiligten würden also gut daran tun, den Boom des Content-Marktes durch starre Formationen nicht zu behindern. Denn die Content-Monopole sind überall am Aufbrechen: Der ORF registriert, dass Anbieter wie WebfreeTV das Know How haben, im Internet in seine Domäne einzubrechen. Die Austria Presse Agentur bangt um ihr Informationsmonopol, seit Web-Agenturen wie pressetext austria zeigen, dass sie in Special interest-Bereichen genauso schnell, wenn nicht schneller arbeiten können. Und kleinen, flexiblen Anbietern fällt es viel leichter, "custom-made"-Content für alle möglichen Übertragungswege anzubieten, als dem ORF, der sich auch im Internet mit einem Konvolut an komplizierten Urheberrechtsbestimmungen und Senderechten auseinanderzusetzen haben wird.Daher: Alle reden von Internet-Content, aber wenige haben ihn bis jetzt. Wenn die Telekom Austria ihr zukünftiges Supernetz allen Anbietern öffnet, ist sie selbst der grösste Profiteur. Und für einen aufstrebenden neuen Kommunikationsmarkt gibt es damit Möglichkeiten, dass, was schlaue Ingenieure erdacht haben, auch mit nützlichen Inhalten zu füllen. (Schluss) amb

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Das Wirtschaftsblatt
Tel.: (01) 91919 - 316

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWB/OTS