Kronberger: Atomkraftfreies Osteuropa

Wien, 2000-08-25 - "Die Anzahl der Schilddrüsenkrebsfälle ist 14 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl stark gestiegen," zu diesem Erkenntnis kommt Prof. Dr. Edmund Lengfelder vom Strahlenbiologischen Institut der Universität München. Besonders stark macht sich die Erkrankung bei Kindern bemerkbar, bei denen sonst diese Krebsart sehr selten vorkommt. In dem am stärksten kontaminierten Gebiet, dem Verwaltungsbezirk Gomel in Weißrußland, wird nach Schätzungen ein Drittel der Kinder, die zum Unglückszeitpunkt jünger als vier Jahre waren, im Laufe ihres Lebens an Schilddrüsenkrebs erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studiengruppe, die sich mit den Spätfolgen von Tschernobyl auseinandergesetzt hat. Mit ihrer Studie widerlegen sie die dramatischen Fehleinschätzungen internationaler Experten, die auf einem Weltkongreß der IAEA (Internationale Atomenergie-Agentur) im Jahre 1991 in Wien verkündet haben, es gebe keine Gesundheitsstörungen im direkten Zusammenhang mit Strahlenbelastungen. ****

Wie sehr mit Verschleierungsversuchen aktive Atompolitik gemacht wird, zeigt der Hinweis, daß laut Prof. Lengfelder, aus Recherchen zum internationalen Tschernobylprojekt hervorgeht, daß die Experten der IAEA schon im Jahre 1991 die histologischen Beweise des damals bereits vielfachen Anstiegs von Schilddrüsenkrebs bei Kindern in Händen hatten. Somit war die Erklärung, es sei keine Erhöhung von Erkrankungen festgestellt worden, wohl eine bewußte Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die IAEA und Ihre Experten.

Der EU-Abgeordnete Dr. Hans Kronberger arbeitet seit mehr als einem Jahr an einer Langzeitstrategie zum Ausstieg aus der Atomkraft in Osteuropa. Ziel ist es, sowohl einen Ersatz für die atomare als auch für die fossile Energieerzeugung zu finden. Ein erster Schritt war die enge Zusammenarbeit mit der Sacharov Umwelt-Universität in Minsk. In Kooperation mit den Professoren der Universität, Alexander Milutin und Tatjana Kovaleva, wurde im April d.J. eine russischsprachige Übersetzung von Kronberger‘s Buch "Blut für Öl - Der Kampf um die Ressourcen", das auch eine Perspektive für saubere und risikofreie Energieerzeugung beinhaltet, erstellt.

Der nächste Schritt ist es, eine umfassende theoretische und praktische Ausbildung für Studentinnen und Studenten im Bereich Erneuerbare Energieträger (Sonne, Wind, Wasser und Biomasse) zu ermöglichen.

Vom Rektor der Sacharov Universität, Prof. Alexander Milutin, und seinen Mitarbeitern wurde ein Konzept für einen Campus in Volma, 30 km von Minsk entfernt, erstellt, das sowohl als internationales Kommunikationszentrum, als auch als praxisorientierte technische Aus-und Fortbildungsstätte dienen soll. Zwar sind ein Grundbudget sowie Gebäude in desolaten Zustand vorhanden, aber mit den gegebenen Mitteln würde der Aufbau einer verwendbaren Anlage ca. 10 Jahre dauern. Ziel ist es, durch internationale Hilfestellung eine Fertigstellung innerhalb eines Jahres zu erreichen.

Alexander Milutin: "Wir können die Atomkraft auf Dauer nur besiegen, wenn wir der nächsten Generation eine Perspektive von sauberer Energie anbieten. Für unser Vorhaben bitten wir um internationale Hilfe, denn die Atomreaktoren in den GUS-Staaten und in den anderen Staaten Osteuropas sind nicht nur ein Problem dieser Länder, sondern ein gesamteuropäisches. Wir bitten daher die westlichen Ländern, uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen."

Abgewickelt soll das Hilfsprojekt über den von Hans Kronberger gegründeten Fond "Friede durch Sonne" werden, der sich zur Aufgabe gestellt hat, weltweit Projekte zu unterstützen, die einer ökologischen und politischen Friedensentwicklung dienen. Das Projekt Volma ist für Dr. Kronberger auch ein erster Schritt in Richtung einer sanften Annäherung der Europäischen Union an Weißrußland.

Die aktuellen Informationen sind über die Homepage von Dr. Kronberger www.kronberger.net oder über sein Büro Tel.: 01/40110-5865 oder Fax:
01/40110-5828 erhältlich.
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