Werbemittelverteiler Gfw kämpft für fairen Wettbewerb zu gleichen Marktbedingungen - BILD (web)

Wien (OTS) - Anfang Juli 2000 hat die Österreichische Post AG den beabsichtigten Erwerb einer Mehrheit an der feibra-Werbung GmbH beim Kartellgericht angemeldet.

Dieser Zusammenschluß ist von der Kartellbehörde noch nicht bewilligt worden, das Wirtschaftsministerium hat zunächst eine formelle Prüfung dieses Zusammenschlusses durch das Gericht beantragt.

Bei feibra handelt es sich um das größte private Unternehmen, das auf dem Markt der Zustellung nicht adressierter Massensendungen tätig ist. Marktführer in dieser Branche ist bereits jetzt die Post mit einem Anteil von rund 60 %. Gewisse Praktiken der Post waren den privaten Mitbewerbern auf diesem Markt stets ein "Dorn im Auge", ursprünglich galt dies auch und in besonderem Maß für feibra, die sich jedoch in der letzten Zeit dieses Themas praktisch nicht mehr angenommen hatte. Damit ist den privaten Mitbewerbern der Post auf dem Markt der unadressierten Massensendungen die Unterstützung durch ihre Interessensvertretung in der Wirtschaftskammer abhanden gekommen, ist doch feibra-Geschäftsführer Feistl Vorsteher des entsprechenden Kammergremiums. Die Kritikpunkte der privaten Verteiler, allen voran das zweit größte private Unternehmen die gfw Gesellschaft für Werbemittelverteilung Ges.m.b.H., an der die holländische Post beteiligt ist und die seit geraumer Zeit gemeinsam mit den Vertriebsorganisationen der Bundesländerzeitungen unter der Dachmarke "Direct Success Austria" werblich auftritt, betreffen folgende Praktiken der Post:

- Obwohl nach dem Postgesetz die Hausbrieffachanlagen nur für adressierte Briefsendungen (sogenannter reservierter Postdienst) eingerichtet wurden und benützt werden dürfen, stellt die Post auch unadressierte Massensendungen über diese Hausbrieffachanlagen zu. Damit verletzt sie zwar nach Ansicht ihrer privaten Mitbewerber das Gesetz, besitzt aber insbesondere Kunden gegenüber ein starkes Verkaufsargument.

Dazu gfw-Geschäftsführer Andreas Reinisch: "Die Post kann mit diesem Argument ihren Kunden tatsächlich keine dauerhafte Lösung bieten. Wenn die Rechtswidrigkeit dieses Vorgehens einmal festgestellt wird und die Post eine Zustellung gar nicht vornehmen kann, weil ihre Briefträger nicht von Wohnung zu Wohnung gehen können, wird sich das rasch als "Danaer Geschenk" an ihre Kunden herausstellen".

- Kunden für nicht adressierte Massensendungen sind meistens auch in anderen Bereichen Postkunden. Hier ködert die Post, indem sie Rabatte auf die Leistungen des reservierten Postdienstes (also die üblichen adressierten Massensendungen sowie Paketzustellung) anbietet. Diese Art der "Subventionierung" bzw. generell praktizierte Rabattgewährung steht naturgemäß den Mitbewerbern, die von der Erbringung des reservierten Postdienstes ausgeschlossen sind, nicht zur Verfügung.

Ähnliche Praktiken der Deutschen Post wurden von der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post als Mißbrauch der marktbeherrschenden Stellung gerügt.

gfw-Geschäftsführer Reinisch sieht für den Fall der Genehmigung des Zusammenschlusses von Post und feibra, was zu einem gemeinsamen Marktanteil von rund 80 % führen würde, große Gefahr für den künftigen Wettbewerb in dieser Branche. Es ist tatsächlich mit dem Entstehen eines neuen Monopols zu rechnen:

"Am Ende des Tages wird natürlich den Kunden die Rechnung präsentiert werden, wenn der neue Monopolist die Preise diktieren kann. Gerade bei "gemischten" Zustellungen für einen Kunden (ein Teil über die Post und ein anderer Teil über feibra) fällt es zudem noch leicht, die Rabattierungen gerade dort unterzubringen, wo sie rechtlich weniger problematisch sind. Es ist damit zu rechnen, daß nach anfänglichen Kampfpreisen der 80 % Monopolist sehr rasch die Preise wieder anheben wird müssen".

Mit Sorge erfüllen Reinisch bereits jetzt Mitteilungen aus dem Markt, wonach Post und feibra bei Kunden gemeinsame Angebote unterbreiten würden. "Auf einen noch nicht genehmigten Zusammenschluß zu bauen, könnte sich sogar kurzfristig für Kunden als sehr trügerisch herausstellen".

Reinisch, der nicht tatenlos zusehen will und daher für faire Wettbewerbsbedingungen kämpft, führt noch ein weiters Argument ins Treffen: "Für die werbenden Unternehmen ist zu befürchten, daß bei einem Monopolisten ihre Werbenachricht - somit ihre Angebote - in der Fülle von Prospekten verloren geht".

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