• 25.08.2000, 09:54:50
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FWV-Strobl zur Wirtschaftskammer-Reform: Ja zur Reform aber nur im Interesse der Klein- und Mittelbetriebe!

Wien (OTS) Für LAbg Fritz Strobl, Präsident des Freien
Wirtschaftsverbandes Wien, verheißt die derzeit geführte
Reformdiskussion der Wirtschaftskammer nichts Gutes. "Zu den
bisherigen Vorschlägen seitens des neuen WK-Präsidenten Leitl sowie
diverser Industriebosse ist nur eine Forderung zulässig: Weg mit
DIESER Wirtschaftskammer Österreich", so Strobls Bilanz am Freitag
gegenüber dem Pressedienst der SPÖ Wien. Als Interessenvertreter der
Klein- und Mittelbetriebe forderte Strobl eine effektive und schlanke
Dienstleistungsorganisation in den Ländern, die ein effizientes
Service und entsprechende Unterstützung für die Mitglieder
gewährleistet. "Die Klein- und Mittelbetriebe haben nichts von einer
starken Kammer auf Bundesebene. Was sie brauchen, ist eine
unbürokratische und vor allem schnell funktionierende Anlaufstelle
vor Ort", forderte Strobl. ****

Sämtliche bis heute vorliegende Reformvorschläge würden zu Lasten
der Kleinbetriebe gehen und eindeutig Großbetriebe bevorzugen: Über
120.000 Kleinbetriebe wären bei der Einführung eines generellen
Mindestbeitrages betroffen, da diese derzeit von der Kammerumlage
befreit sind. Dagegen wäre die Schaffung einer Beitragsobergrenze
nichts anderes als eine Reduktion der Umlagenbeiträge von Großfirmen
- ein großes Zugeständnis an Industrieunternehmen. Die Intention sei
klar: Ziel sei es, die Großen auf Kosten der Kleinen zu entlasten.
Daher könne von einer Interessenvertretung aller Selbstständigen
unter Einbeziehung der Kleinbetriebe nicht mehr die Rede sein.
Vielmehr verstärke sich der Eindruck, dass die neue Kammerführung
unter dem neugewählten WK-Präsidenten Leitl einseitig in Richtung
Industrie-Interessen tendiere.

Diese Vorgehensweise zeige einmal mehr, wie wichtig die Forderung
des FWV Wien nach einer Änderung des Wahlrechts in der Kammer sei, so
Strobl. Die unterschiedliche Stimmengewichtung des einzelnen
Kammermitglieds, je nach dessen Sektionszugehörigkeit, führe dazu,
dass gerade der Sektion Industrie weit mehr an politischer Macht in
der Kammer zukomme, als es der tatsächlichen Mitgliederanzahl
entspricht. Es sei dringend notwendig, das demokratische Prinzip auf
allen Ebenen der Wirtschaftskammer einzufordern. "Tatsache ist, dass
ein Mandat in der Industrie rund 28 Stimmen kostet, während im
Gewerbe ein Mandat 1.126 Stimmen wert ist", kritisierte Strobl: "Wenn
etwa Medien in der vergangenen Woche darüber berichteten, dass
'Industriebosse das Kommando in der Kammer übernehmen', dann läuten
bei mir die Alarmglocken. Immerhin sind 85% aller Unternehmen
Kleinbetriebe mit unter zehn Mitarbeitern. Diese stellen zwei Drittel
aller Arbeitsplätze und bilden 85% aller Lehrlinge aus." Der
volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Klein- und Mittelbetriebe
müsse endlich auch in den wirtschaftspolitischen Vertretungsgremien
der Kammer entsprochen werden, so Strobl abschließend.

Übersicht:
Wahlberechtigte und Mandatsverteilung in der WK-Vollversammlung Wien
nach Sektionen

Sektion Handel: 35.152 Wahlberechtigte, 29 Mandate, 1.212 Stimmen pro
Mandat
Sektion Gewerbe: 32.662 Wahlberechtigte, 29 Mandate, 1.126 Stimmen
pro Mandat
Sektion Industrie: 820 Wahlberechtigte, 29 Mandate, 28 Stimmen pro
Mandat
(Schluss)

Rückfragehinweis: Dr. Lisa Ulsperger, Freier Wirtschaftsverband Wien

Tel: 522 47 66-12
Handy: 0664/ 309 06 55
e-mail: Lisa.Ulsperger@fwvwien.at

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