FWV-Strobl zur Wirtschaftskammer-Reform: Ja zur Reform aber nur im Interesse der Klein- und Mittelbetriebe!

Wien (OTS) Für LAbg Fritz Strobl, Präsident des Freien Wirtschaftsverbandes Wien, verheißt die derzeit geführte Reformdiskussion der Wirtschaftskammer nichts Gutes. "Zu den bisherigen Vorschlägen seitens des neuen WK-Präsidenten Leitl sowie diverser Industriebosse ist nur eine Forderung zulässig: Weg mit DIESER Wirtschaftskammer Österreich", so Strobls Bilanz am Freitag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ Wien. Als Interessenvertreter der Klein- und Mittelbetriebe forderte Strobl eine effektive und schlanke Dienstleistungsorganisation in den Ländern, die ein effizientes Service und entsprechende Unterstützung für die Mitglieder gewährleistet. "Die Klein- und Mittelbetriebe haben nichts von einer starken Kammer auf Bundesebene. Was sie brauchen, ist eine unbürokratische und vor allem schnell funktionierende Anlaufstelle vor Ort", forderte Strobl. ****

Sämtliche bis heute vorliegende Reformvorschläge würden zu Lasten der Kleinbetriebe gehen und eindeutig Großbetriebe bevorzugen: Über 120.000 Kleinbetriebe wären bei der Einführung eines generellen Mindestbeitrages betroffen, da diese derzeit von der Kammerumlage befreit sind. Dagegen wäre die Schaffung einer Beitragsobergrenze nichts anderes als eine Reduktion der Umlagenbeiträge von Großfirmen - ein großes Zugeständnis an Industrieunternehmen. Die Intention sei klar: Ziel sei es, die Großen auf Kosten der Kleinen zu entlasten. Daher könne von einer Interessenvertretung aller Selbstständigen unter Einbeziehung der Kleinbetriebe nicht mehr die Rede sein. Vielmehr verstärke sich der Eindruck, dass die neue Kammerführung unter dem neugewählten WK-Präsidenten Leitl einseitig in Richtung Industrie-Interessen tendiere.

Diese Vorgehensweise zeige einmal mehr, wie wichtig die Forderung des FWV Wien nach einer Änderung des Wahlrechts in der Kammer sei, so Strobl. Die unterschiedliche Stimmengewichtung des einzelnen Kammermitglieds, je nach dessen Sektionszugehörigkeit, führe dazu, dass gerade der Sektion Industrie weit mehr an politischer Macht in der Kammer zukomme, als es der tatsächlichen Mitgliederanzahl entspricht. Es sei dringend notwendig, das demokratische Prinzip auf allen Ebenen der Wirtschaftskammer einzufordern. "Tatsache ist, dass ein Mandat in der Industrie rund 28 Stimmen kostet, während im Gewerbe ein Mandat 1.126 Stimmen wert ist", kritisierte Strobl: "Wenn etwa Medien in der vergangenen Woche darüber berichteten, dass 'Industriebosse das Kommando in der Kammer übernehmen', dann läuten bei mir die Alarmglocken. Immerhin sind 85% aller Unternehmen Kleinbetriebe mit unter zehn Mitarbeitern. Diese stellen zwei Drittel aller Arbeitsplätze und bilden 85% aller Lehrlinge aus." Der volkswirtschaftlichen Bedeutung dieser Klein- und Mittelbetriebe müsse endlich auch in den wirtschaftspolitischen Vertretungsgremien der Kammer entsprochen werden, so Strobl abschließend.

Übersicht:
Wahlberechtigte und Mandatsverteilung in der WK-Vollversammlung Wien nach Sektionen

Sektion Handel: 35.152 Wahlberechtigte, 29 Mandate, 1.212 Stimmen pro Mandat
Sektion Gewerbe: 32.662 Wahlberechtigte, 29 Mandate, 1.126 Stimmen pro Mandat
Sektion Industrie: 820 Wahlberechtigte, 29 Mandate, 28 Stimmen pro Mandat
(Schluss)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 522 47 66-12
Handy: 0664/ 309 06 55
e-mail: Lisa.Ulsperger@fwvwien.atDr. Lisa Ulsperger, Freier Wirtschaftsverband Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DSW/DSW