Greenpeace: Cyber-Fun gegen Plastikbier-Wahn

Greenpeace baut zweite Website der Mohrenbrauerei

Wien (OTS) - Um auf die wachsende Müllflut durch Einwegflaschen in Österreich aufmerksam zu machen, kopierte Greenpeace die Website der Mohrenbrauerei (www2.vol.at/mohren). Statt den Unternehmensprodukten finden sich dort Informationen über die Probleme im Zusammenhang mit der Einführung von Plastikflaschen bei zwei Vorarlberger Bierbrauereien. Die Website www.mohrenbraeu.at soll die Webcommunity über die Pläne der Brauereien Mohrenburg und Fohrenburger informieren, ab Herbst 2000 Bier in Wegwerf-Plastikflaschen abzufüllen. "Mit dieser Cyber-Aktion wollen wir die geamte Web-Community auffordern, das Anwachsen des Müllbergs nicht einfach hinzunehmen, sondern dem Angriff auf die Umwelt und die Bierkultur eine klare Absage zu erteilen", sagte Franko Petri, Pressesprecher von Greenpeace Österreich.

Greenpeace protestierte im letzten Monat vor den beiden Vorarlberger Brauereien Fohrenburger und Mohrenbräu in Bludenz und Dornbirn. 20 Aktivisten hissten dort ein Banner mit der Aufforderung "Kein Bier in Wegwerf-Plastik". Dazu warnte eine sechs Meter große Plastik- Bierflasche vor der drohenden Müllflut. Greenpeace servierte dazu Bier aus Glas- und aus Plastikflaschen, um der Bevölkerung auch die deutlichen Geschmacksunterschiede zu verdeutlichen.

Bei einem Totalumstieg auf PET-Flaschen bei allen Getränken würde das österreichische Müllaufkommen um 1,5 Milllionen Tonnen anwachsen. "Nicht nur der Müllberg wächst, auch der Energieeinsatz ist durch die Einführung von Einweg-Flaschen wesentlich höher als bei Mehrweg-Gebinden", kritisiert Herwig Schuster, Chemieexperte von Greenpeace Österreich. Der Trend zu Einweg-Flaschen begann bereits mit Cola- und anderen Getränken. "Bier in Plastik hätte hier eine Schleusenöffnungsfunktion und würde zurück in die ökologische Steinzeit führen", sagte Schuster.

Neben dem negativen Effekt für die Umwelt bedeuten Einweg-Flaschen auch die Vernichtung von regionalen Arbeitsplätzen. Den Profit durch die Einführung von Plastikflaschen kassiert der Handel, der sich dadurch Personalkosten erspart. Greenpeace fordert von den zuständigen Ministern Molterer und Bartenstein Maßnahmen gegen die Abfallflut zu setzen. Greenpeace kann sich hier eine Verpflichtung für Handel und Getränkeindustrie zu Mehrwegflaschen oder ein Pfand-bzw. Abgabensystem vorstellen. "Müllvermeidung stellt noch immer die bessere Lösung dar als jede Müllentsorgung", schloss Petri.

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