Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Am Ende des Bildungshorizonts

Ausgabe vom 24.8.2000

Klagenfurt (OTS) - ÖVP und FPÖ haben ein neues Sommerthema: die Bildungspolitik. Auf den Vorschlag von Thomas Prinzhorn, mehr Wirtschaft und dafür weniger "Relikte" wie Musik, Latein, Bildnerische Erziehung und "Nebenfächer" wie Geografie und Geschichte an Österreichs Schulen zu lehren, legten gestern die Bildungssprecher von VP und FP, Werner Amon und Karl Schweitzer, ein Schäuferl nach. Sie wollen jedem Schüler nur noch ein Bildungskonto gewähren, von dem pro Ausbildungsschritt ein bestimmter Betrag abgebucht wird -überziehen gibt es nicht, nach Ablauf heißt es: selber bezahlen. Mit den von diesem Bildungskonto lukrierten Geldern sollen die Schulen und Unis dann ihre Lehrer selber bezahlen. Ja die sportlichen Herren gehen noch weiter: Sie können sich für die Pädagogen sogar ein "Abwerbe"-System analog der Fußball-Transfers vorstellen.
Lehrer, um die ein besonderes G´riß herrscht, würden dann so im Wert steigen, dass nur Söhne und Töchter mit entsprechendem finanziellem Polster in die Gunst ihres Unterrichts kämen, denn irgendwie müssen die Schulen die Kosten für die "Stars" ja hereinbringen. Die Nicht-Betuchten wären in diesem System schnell am Ende ihres Bildungshorizonts angekommen. Denn wer ein paar Lernschritte mehr braucht oder wer Zusatzqualifikationen erwerben will, muss dann selbst in die Brieftasche greifen. Eine tolle Ausbildung wird damit wieder zur Geldsache. Das Ende unseres Schulsystems, auf das wir zu Recht stolz sind, mit Chancengleichheit für alle unabhängig vom finanziellen Background, scheint nahe.

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