VBW zum Rechnungshofbericht

Wien (OTS) - Die Zeitschrift NEWS veröffentlicht in ihrer neuesten Ausgabe einen Bericht über die Rechnungshofprüfung der Vereinigten Bühnen Wien.

Dazu teilen die VBW mit, daß der derzeit vorliegende vertrauliche Bericht noch nicht die Stellungnahmen der VBW enthält.

1.Der RH stellt unter anderem fest,

- daß es den VBW in den letzten Jahren gelungen ist, die Position Wiens als Musicalmetropole weiter auszubauen. Insbesondere wurde die Entwicklung von eigenen Produktionen sowie der Export von Produktionen in das Ausland verstärkt.

- daß die VBW in erheblichem Maß die Wiener Festwochen und den Wiener Klangbogen fördern (durch nicht kostendeckende Zurverfügungstellung des Hauses).

- daß die Höhe der Gehälter der GF im Hinblick auf die Führung von drei Theatern und der Vermarktungsgesellschaften vertretbar ist, der RH auch die Gewährung leistungsabhängiger Prämien begrüßt, die Beträge der Prämien aber für zu hoch hält und als eine Möglichkeit eine degressive Begrenzung der Prämien bei anstehenden Vertragsverlängerungen empfiehlt.

- daß durch Aufwandsminderung und Erhöhung der Eigenerlöse ein beachtlicher finanzieller Erfolg für VBW erzielt werden konnte.

- daß VBW allein an Steuern und Abgaben jährlich rund 171 Mio. S der 217,5 Mio. Subvention wieder an die öffentliche Hand zurückfließen läßt und darüber hinaus eine Wertschöpfung von 241 Mio. erzielt. Nicht berücksichtigt ist dabei die zusätzliche Umwegrentabilität im touristischen Bereich.

- daß VBW Förderungszuwendungen laut Voranschlag unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg erhalten und dadurch Rücklagen bzw. Rückstellungen gebildet werden konnten, die zur Bedeckung von Investitionen verwendet wurden (die sonst die öffentliche Hand zu finanzieren gehabt hätte). Dies trifft aber seit 1998 nicht mehr zu. VBW erhalten jährlich rund 37 Mio. weniger als veranschlagt und müssen diese Unterdeckung durch Auflösung von Rücklagen bzw. zu erzielende Mehreinnahmen bedecken.

2. Zum NEWS-Artikel ist im Besonderen festzustellen:

- Die Behauptung "die Erträge sind in den Jahren 1995 - 1999 mit Zwischenhochs gesunken" ist irreführend. Die genannten Erträge enthalten auch die Subventionen, die in diesen Jahren ständig gesunken sind, was sich natürlich auf die Gesamtsumme auswirken muß. Die entsprechende Tabelle des RH zeigt, daß VBW in allen Jahren einen Überschuß erzielen konnten. Das für 1999 ausgewiesene Minus von 5,5 Mio war durch die wegen der Generalsanierung des Theaters an der Wien notwendige Schließung bedingt. Gegenüber dieser Bilanzzwischensumme ist es auch 1999 gelungen, durch Steigerung anderer Einnahmen bzw. Einsparungen einen Überschuß zu erwirtschaften. Tatsächlich konnten die VBW in den letzten Jahren durch Steigerung der Eigenerträge an die 500 Mio. S. zusätzlich erwirtschaften, die zum großen Teil in die Renovierung der Häuser bzw. in die Bildung von sozialrechtlich bedingten Rückstellungen investiert wurden, für die sonst die öffentliche Hand hätte aufkommen müssen.

- Der RH sagt nicht, daß keinerlei Eigeneinnahmen bewerkstelligt wurden. Ganz im Gegenteil. Rund 60% der Mittel der VBW sind Eigeneinnahmen. Der RH anerkennt, daß " durch Aufwandsminderung und Erhöhung der Eigenerlöse ein beachtlicher finanzieller Erfolg für VBW erzielt werden konnte". Es stimmt auch nicht, daß, was an Werten geschaffen wurde, nur aus den Subventionen kommt. Ganz im Gegenteil. Allein 171 Mio. der Subvention von 217,5 Mio. fließen an Steuern und Abgaben wieder zurück. Dazu kommt die vom RH festgestellte Wertschöpfung von 241 Mio. und außerdem noch die nicht berücksichtigte touristische Umwegrentabilität.

- Der Hinweis, daß alle Produktionen mit Verlust abgeschlossen haben, ist irreführend, da Häuser dieser Art, und das hat auch der RH anerkannt, ohne Subventionen nicht auskommen. Den Subventionsbedarf der einzelnen Produktionen als "Verlust" zu bezeichnen, ist falsch. Richtig ist, daß die VBW mit den vergleichsweise niedrigsten Subventionen auskommen und der einzige Theaterbetrieb sind, der nennenswerte Einnahmen aus Auslandsvermarktungen nachweisen kann. Alle Geschäftsjahre dieser Geschäftsführung konnten positiv abgeschlossen werden, der Bilanzverlust aus der Vorära abgebaut werden.

- Die für leitende Mitarbeiter ausgeschütteten Prämien betrugen nicht bis zu 1,5 Mio., sondern insgesamt für alle zusammen 1,5 Mio., und betrafen in erster Linie erfolgreiche Kostenreduktionen in Zusammenhang mit der Generalsanierung der Theater.

- Die als Reisekosten titulierten Ausgaben für die Leading Teams (jeweils zwischen 10 - 15 Personen) umfassen alle Kosten inkl. Per Diems, Aufenthalt und Reisespesen über die gesamte Entwicklungs- und Vorbereitungszeit, sowie für die gesamte mehrjährige Spieldauer der Produktion. Die Investition in ein internationales Star-Team hat sich durch die erfolgreiche Auslandsvermarktung längst wieder amortisiert.

- "Beauty and the Beast" war insgesamt eine erfolgreiche Produktion (86,8 % Auslastung, höheres Einspielergebnis im Vergleichszeitraum als "Elisabeth"). Der RH stellt ausdrücklich fest, daß die vorzeitige Beendigung nach Erkennen der Limitierung des Besuchermarktes eine kaufmännisch richtige Entscheidung war.

- Reisebelege lagen zwar teilweise nicht im Original vor, weil sie zur Rückreise verwendet wurden, es waren aber stets Kopien bzw. Rechnungen vorhanden. In den meisten Fällen wurden Reisen direkt von VBW gebucht oder bezahlt.

- Die vom RH festgestellte Unterauslastung des Orchesters beruht zu einem wesentlichen Teil auf der Verlängerung der Festivalperiode im Theater an der Wien. Die VBW haben gemeinsam mit dem Orchester Schritte eingeleitet, um diese Situation zu verbessern. Eine Möglichkeit dazu ist die vom RH angeregte Verlängerung des Durchrechnungszeitraumes.

- Der RH hat Privatisierungspläne bzw. die Teilung in eine Haus- und Produktionsgesellschaft nicht prinzipiell verworfen, sondern empfohlen, diesen Überlegungen nur näherzutreten, wenn damit eine deutliche Kostenreduktion verbunden ist.

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